man diese Briefe nicht durch einen Expressen überbringenließ, denn der Herzog wich diese», Befehl aus, indem er denAbend vor den Barrikaden der Königin Makler, in Gegen-wart'des Königs und Bellievre's, mir großen Sei,warenversicherte, er habe die Briefe nicht erhalten. Dieser Fehlerwurde nichr ans Nachlässigkeit beaangen, sondern weil manin der Kasse nicht einmal Thaler fand, um den Kurierjü bezahlen.
Der Herzog von Epcrnon rieth Heinrich dem Hl. denHerzog von Guise durch seine Wache umvringen zu lassen,alS er in daS Louvre kam. Man sagt, daß der KSmg laGueSle und Villegu-er dazu bewegen wollte, die es ihm aberausredeten. Mau erzählt auch, daß a» den, Tage der Bar»rikadcn selbst Alphons von Ornauo sich vermessen habe, ihmden Kopf des Herzogs von Gusse zu bringen, wenn er ihmfreie Hand lassen wollte. Ueberhaupt unheilte man, daß desKönig bey weitem nicht die nöthige Vorsicht gebraucht hätte,da er doch von den Absichten der Ligue gut unterrichtet war.
Es bleibt immer «ine große, noch unerörkene Frage,was eigentlich bey dieser Unternehmung der Herzog vonGuise für einen Zweck hatte? Diejenigen, welche behaupten,es sey seine Absicht gewesen, die Sache durch das Volk bis«ufs äußerste bringen zu lassen, sich der Person des Königszu bemächtigen, und sich selbst die Krone annlisetz-w, stütze»sich auf wichtige Beweise. Man s. stlein. äe la li§ue t. l.und Manuscripte der königlichen Bsslwthek Seite 8^66.die wichtigsten Zeugnisse sind: Ein Brief, den ihn, nach demSiege bey Anneau die Herzogin von Lothringen schrieb, Wssie ihn auffordert, sich der gegenwärtigen Gelegenheit zu be<dienen, um sich zum König auc-rissen zu lasse» ec Ein Briefvon ihm selbst, den ec den Tag nach den Barrikaden an de»Guoverneur von Orleans schrieb, worin folgende Worte Vor-kommen: „ich habe die Schweitzer geschlagen, einen Thnl„der königlichen Leibwache »iedergehauen, und halte daS„Louvre so enge eingeschlossen, daß ick für alles, was darin;,,ne„ ist, gut sage. Dieß ist ein so großer Sieg, daß man„seiner ewig gedenken wird rc. Verschieone ansre Briese,worin sehr unehrerbietig von dein König und mit äußerste«Verachtung von den Pruizcn vom Geblüt gesprochen wird.Man rechnet dahin seinen Schmerz, als der König entflöhe»N. Denkwiirdigk. I. L. U war,