Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen
 

einen Büchsenschuß der Arm zerschmettert- Der König,der sich fast in einer eben solchen Gefahr befand, als manvon Alexander dem Großen in der Stabt der Oxidrakererzählt, zog sich mit gleicher Gegenwart des Geistes undUnerschrockenheit heraus; der einzige Unterschied besiehtvielleicht darin, daß jene Geschichte ziemlich das Ansehneiner Fabel tragt, statt daß Heinrichs That zwey großeArmeen zu Zeugen hatte.

Der Prinz von Parma stand mit seinen Truppenan den Ufern der Somme, und, zufrieden sich diesesFlußeS versichert zu haben, machte er fast gar keineBewegung. Der Gouverneur von 'Rouen hatte ihmsagen lassen, er könne noch eine ganze Zeit seiner Hülseentbehren, und weil er die Absicht hatte, einen Haupt-streich auszuführen, so wollte er erst Sfondrate'S Ankunft,der ihm die Völker Pabst Gregors XI V, seines Oheims,zuführte, und den Herzog vonMayenne erwarten, wel-cher aber so bald noch nicht kam. Er war gezwungenworden, mit seinen besten Truppen nach Paris zu gehen,um den Troß derSech 6 zehn zu bestrafen, die die Ge-walt, welche man ihnen gelassen hatte, gemißbrauchtund sich unterstanden hatten, den President Prißonund noch einige Parlaments Räche, die eben so ehrwür-dig durch ihre Tugenden als durch ihr Alter waren, auf-hängen zu lassen. Sie würden ohne Zweifel noch vielweiter gegangen seyn, wenn der Herzog, der vielleichtselbst den Eigensinn und die Einfalle dieser Meuterfürchtete, sie nicht durch die Wredervergeltung bestrafthätte. Weil er aber doch bey dieser Handlung der Ge-rechtigkeit einige Maasregeln beobachten mußte, so konn-te er nicht so geschwind, als er geglaubt hatte, sich mitdem Prinzen von Parma vereinigen.

So bald der König diese Umstände erfuhr,^ ' glaubte er nicht länger anstehen zu müssen, sich

in