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Zweyte Abtheilung, Erster Band (1791)
Entstehung
Seite
118
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Der König machte den Herrn von la-Boulayezum Gouverneur dieser Stadt, und verließ sie, um sichder Abtey Maile^ais zu bemächtigen. Er fand die Lagederselben so vortheilhaft, daß er beschloß, eine regel-mäßige Vesiimg daraus zu machen. Ich mußte denPlan dazu entwerfen, und er vertraute den PlaH demDavaillsS, einem Verwandten La-Boulayes an. SeineTruppen eroberten nachher noch Mauleon und dasSchloß La - Garnache, aus welchem der Herr von Ge-nevois seine eigne Mutter vertrieb. Sie floh nach Be-auvois, einer kleinen Stadt an der Küste; auch dahinverfolgte sie ihr Sohn, fiel aber dießmal in ihre Hän-de, und wurde der Kriegsgefangne seiner Mutter.

Ich war bey diesen Belagerungen nicht gegenwär-tig. Die traurigen Nachrichten, die ich von Roßnyerhielt, bewogen mich, eine Reise dahin zu machen.Während meines Aufenthalts zu Saint-Maur hatteich eine Salvegarde für mein Schloß und meine Güterzu Roßny, und auch die nöthigen Pässe erhalten, um,so oft ich wollte, dahin gehen zu können. Dicß beru-higte mich wegen der Sicherheit meiner Gemahlin, zueiner Zeit, wo alle mögliche Gewaltthätigkeirsn gegendie Protestanten erlaubt waren. Ich erfuhr jezt, daßdas Städtchen beinahe völlig durch die Pest entvölkertwäre. Meine Frau hatte dabey den größten Theilihrer Bedienten eingebußt, lind sie war aus Furcht ineinen benachbarten Wald entflohen, und hatte zweenTage und zwo Nächte in ihrem Wagen zugebracht.Jezt hatte sie ihre Zuflucht nach dem Schloße Huctsgenommen, welches der Frau von Champagnae, meinerTante, zugehörte, und nicht weit von da entfernt war.Die Freude, weiche sie über meine Gegenwart empfand,wurde durch die Angst erstickt, daß ich mich in dieselbe Ge-fahr siürzre, indem ich zu angestcckcen Leuten käme. Sie

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