XX l V Gesch. d. französ. Unruhen V
che ein halbes Jahrhundertlang das Königreich zer-rissen und die Monarchie ihrem gänzlichen Untergangnahe brachten. Heinrich hinterließ seine Gemahlin^ Latharina, aus dem herzoglichen Hause von Medi-cis in Florenz, nebst vier unreifen Söhnen, unterdenen der älteste, Franz, kaum das sechzehnte Jahrerreicht hatte. Der König war bereits mit derjungen Königin von Schottland, Maria Stuartvermählt, und so mußte sich das Scepter zweyerReiche in zwo Händen vereinigen, die noch langenicht geschickt waren, sich selbst zu regieren. EinHeer von Ehrgeitzigen streckte schon gierig die Hän-de darnach aus, es ihnen zu erleichtern, und Frank-reich war das unglückliche Opfer des Kampfs dersich darüber entzündete.
Besonders waren es zwey mächtige Faktionen,welche sich ihren Einfluß bey dem jungen Regen-tenpaar und die Verwaltung des Königreichs strei-tig machten. An der Spitze der einen stand derKonnetable von Frankreich, Annas von Montmo-rency, Minister und Günstling des verstorbnen Kö-nigs, um den er sich durch seinen Degen und einenstrengen, über alle Verführung erhabnen, Patri-otismus verdient gemacht hatte. Ein gleichmüchi-ger, unbeweglicher Karakter, den keine Widerwär-tigkeit erschüttern, kein Giücksfall schwindlichtmachen konnte. Diesen gefetzten Geist hatte er be-