Druckschrift 
Abteilung 1 Bd. 3 (1790) [Universalhistorische Uebersicht der merkwürdigsten Staatsbegebenheiten zu en Zeiten Kaiser Friedrichhs I.]
Entstehung
Seite
195
Einzelbild herunterladen
 

/

Einige Tage nachher wollte der Sultan das Lagerdes Königs von England vor Jaffa angreifen. Eswar so klein und schwach, daß er sich nichts anders, alsden besten Ausgang versprechen konnte. Es bestand(nach der Aussage eines Augenzeugen , der beym Ge-fechte selbst zugegen gewesen) aus nicht mehr als 17Rettern, und nicht völlig kaufend Mann Fußvolk.Nach andern sollen gar nur 9 Reiter und zoo Infan-teristen da gewesen seyn. Allein wie erschrack derSultan, als er dieß kleine Heer zu dem muthigsten Wi-derstande gerüstet fand, und seine Truppen nicht fechtenwollten, weil sie der Vorfall bey Jaffa, wo sie ihreBeute verlohren, mit einem nicht geringen Unwillenerfüllt hatte. Einer seiner Generale rief ihm zu:sagtdieß nur euren Dienern/ die unsre Leute an dem Tage,da Jaffa übergieng, schlugen, und ihnen die Beuteabnahmen." Saladin sah sich auch wirklich gezwun-gen den Angriff aufzugeben, da seine Ehre hakte leidenkönnen, wenn er langer vor dem Feinde gestanden hät-te. Der König von England soll unsre ganze Frontemit der Lanze in der Hand hinabgeritten seyn, ohne daßein einziger es gewagt hatte, gegen ihn auszutreten.

Hundert fünf und fünfzigstes Kapitel.

Saladin geht nach Ramla.

9 ?ach diesem Vorfall schickt Almalich Aladil den Abu-bekr nach Jaffa hin, um den König zu einer Unterre-dung einzuladen. Dieser aber läßt ihn nicht in dieStadt hinein, sondern ruft ihm von ferne zu: ichwar begierig nach Hause zu kehren, und habe deswegenalles versucht, um mich mit dem Sultan zu verglei-chen. Jetzt da der Winter und die Regenzeit da ist,will ich hier bleiben, und breche alle Unterhandlun-gen ab.

N 2

Von