I
XXX I V Universalhistorische Übersicht re.
von Sprachen und Sitten, von Trachten und Ge-bräuchen, von Gesehen und Religionen zeigte nochjetzt von ihrer verderblichen Gegenwart. Hier sahsich der Unterthan nach dem langodardischen Ge-setz, sein nächster Nachbar nach dem Justiniani-schen, ein dritter nach dem Koran gerichtet. Der-selbe Pilger, der des Morgens gesättigt aus denRingmauern eines Klosters gieng, mußte des .Abends die Mildthätigkeit eines Moslems in An- ispruch nehmen. Die Nachfolger des heiligen Pe-trus hatten nicht gesäumt, ihren frommen Armnach diesem gelobten Land auszustrecken; auch eini-ge deutsche Kaiser die Hoheit des Kaisernahmensin diesem Theile Italiens geltend gemacht, undeinen großen Distrikt desselben als Sieger durch-zogen. Gegen Otto den Zweyten schlossen dieGriechen mit den verabscheuten Arabern einenBund, der diesem Eroberer sehr verderblich wurde.Calabrien und Apulien traten nunmehr aufs neueunter griechische Hoheit zurück, aber aus den festenSchlössern, welche dieSaracenen in diesem Land-strich noch inne hatten, stürzten zu Zeiten bewaff-nete Schaaren hervor, andre arabische Schwärmesetzten aus dem angrenzenden Sicilien hinüber,welche Griechen und Lateiner ohne Unterschied be-raubten. Von der fortwährenden Anarchie be- >günstigt, riß jeder an sich, was er konnte, und !
verband sich, je nachdem es sein Vortheil war, mit j
Muham-