Universalhistorksche Uebersicht re. xxnt
ner die Oberhand hatte, und vertraute seine Personund seine Sache der Rechtgläubigkeit des Königsvon Frankreich. Der Ausspruch eines einzigenMannes, des Abts Bernhard von Klairvaux, der dieSache dieses Pabstes für die gerechte erklärt hat-te, war genug, ihm die Huldigung dieses Reichszu verschaffen. Seine Aufnahme in Ludwigs Staa-ten war glanzend und reiche Schätze öffneten sichihm in der frommen Mildthätigkeit der Franzosen.Das Gewicht von Bernhards Empfehlung, wel-ches die französische Nation zu seinen Füßen ge-führt hatte, unterwarf ihm auch England, und derdeutsche Kaiser Lothar ward ohne Mühe überzeugt,daß der heilige Geist bey der Wahl desJnnocen-tius den Vorsitz geführt habe. Eine persönlicheZusammenkunft mit diesem Kaiser zu Lüttich hattedie Folge, daß ihn Lothar an der Spitze einer klei-nen Armee nach Rom zmückführte.
In dieser Stadt war Anaklet, der Gegen-pabst, mächtig, Volk und Adel gefaßt, sich aufshartnäckigste zu vertheidigen. Jeder Pallast, jedeKirche war-Festung, jede Straße ein Schlachtfeld,alles Waffe, was das Ohngefehr der blinden Er-bitterung darbot. Mit dem Schwerdt in der Faustmußte jeder Ausweg geöffnet werden, und Lotharsschwaches Heer reichte nicht hin, eine Stadt zustürmen, worin es sich wie in einem unermeßlichen
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