XI V Universalhistorische Uebersicht rc.
geweyhten Sinnbilder des bischöfflichen Amtes,durste die unkeusche blutbesudelte Layenhand nichtmehr berühren. Bloß für streitige Fälle, wennsich das Domkapitel in der Wahl eines BischvffSmchtwereinigen konnte, hatten die Kaiser noch ei-nen Theil ihres vorigen Einflusses gerettet, undder Zwiespalt der Wählenden ließ es ihnen nichtan Gelegenheit fehlen, davon Gebrauch zu machen.Aber auch diesen wenigen geretteten Ueberrestender vormaligen Kaisergewalt stellte die Herrschsuchtder folgenden Pabste nach, und der Knecht derKnechteGottes hatte keine größere Angelegen-heit, als den Herrn der Welt so tief als mög-lich neben sich zu erniedrigen.
Die gefährlichste Stelle in der Christenheitwar jetzt unstreitig der römische Kaiserthron; ge-gen diesen zielte die aufstrebende päbstliche Machtmit allen Donnern, die ihr zu Gebote standen,mit allen Fallstricken ihrer verborgenen Staats-kunst. Deutschlands Verfassung erleichterte ihrden Sieg über seinen Oberherrnz der Glanz deskaiserlichen Nahmens machte ihn schimmernd. Je-der deutsche Fürst, den die Wahl seiner Mitstandeauf den Stuhl der Ottonen setzte, brach eben da-durch mit dem apostolischen Stuhl. Er konnte sichals ein Opfer betrachten, das man zum Todeschmückte. Zugleich mit dem kaiserlichen Purpur
mußte