Druckschrift 
Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
395
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Schreiben des Kaisers an Roland und dieübrigen Cardinale.

gebührt uns, den Gesehen desjenigen nachzuleben,der uns zum Beherrscher des Reichs erhoben hat.Als Veschüher aller in unserm Reiche befindlichen Kir-chen ist es vornehmlich unsre Pflicht, für die Römischzu sorgen, die unserm Schuh von der göttlichen Vor-sehung besonders anvertraut worden ist. Wir empfin-den daher den lebhaftesten Schmerz über die in ihr ent-standene Trennung, und befürchten zerstvhrende Er-schütterungen, die um so viel starker seyn müssen, dasie mit sich selbst nicht einig ist. Um nun dem Uebel aufeine schickliche, Gott gefällige Weise vorzubeugen, ha-ben wir eine allgemeine Kirchenversammlung ausgeschrie-ben, die acht Tage nach Epiphanias zu Pavia eröjf-net werden soll. Wir haben zu derselben nicht alleindie Geistlichkeit unserS Reichs, sondern auch andererLänder, aus Engelland, Frankreich, Ungarn, Dännn-mark eingeladen, und wollen die Beylegung eines jowichtigen Streits ganz allein ihrem Urtheile überlassen»Zu dem Ende befehlen wir euch, im Namen des all-mächtigen Gottes, und der catholischen Kirche, vc»rdem Concilium zu erscheinen, und euch dem Ausspruchdesselben zu unterwerfen. Gott sey unser Zeuge, dasswjr hiebey weder aus Neigung noch aus Haß gegeirirgend einen verfahren, sondern uns bloß die Ehre Got-tes, und die Einheit der Kirche zum Zweck sehen»Die Bischöfe, Hernnann von Verden, und Danielvon Prag, unser Blursfreund der Pfalzgraf, und nochandere, die von uns abgesandt sind, werden euch,wenn ihr kommen wollt, sicheres Geleite verschaffen»Wollt ihr aber den Richterspruch Gottes und der Kirchein einer so feyerlichen Versammlung nicht anerkennen;,so möge Gott richten, dessen Rechtsspruch ich als rö-mischer Kaiser durchsetzen werde.