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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
329
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Z w eytes Buch.

§^er Tag war gekommen, dm Friedrich zu einerReichsversammtung in den ronkalischen Gefilden anbe-raumt hatte. Er erschien mit einem großen Gefolge amUfer des Po, an dessen anderen Ufer sich dieMayländeeBrefcianer, und noch viele andere niederließen. Ausallen Theiken des Reichs floß eine große Menge Erz»beschösse, Bischöffe, und geistlicher Personen zusammen,Herzoge, Marggrafen, Grafen, Edelleute , Consules,und Stadtrichter. Jede Nation unterschied sich durchihre Zelte, deren Anordnung ich hier, als an demschicklichsten Orte, beschreiben will.

Noch jetzt behalt die Armee des römischen Reichsdie alte römische Sitte bey. jedesmahl, wenn sie Fein-des Land betritt, zuerst ans Befestigung ihres Lagerszu denken. Das Lager wird auf einem schicklichen Platzeregelmäßig abgestochen, mehrentheiks auf ebenem Felde,oder wenn der Boden uneben ist, so wird er so vielals möglich geebnet. Die Figur desselben ist gewöhn-lich ein Cirkel, oft auch ein Viereck. Die Hand-werker und Marqnetender, welche kn großer Anzahl derArmee folgen, machen, wenn das Lager viereckigt ist,mit ihren Buden und Werkstätten gleichsam die Vor-städte aus, ist es rund, so ziehen sie sich wie eineMauer von außen rings um das Lager. Inwendig hatrs breite Straßen und geräumige Thore, daß diePassage auf keine Weise gehemmt wird, und gleicht-anz einer Stadt, die in wenigen Augenblicken empor-steigt. In der Mitte steht das Zelt des Anführers,T 5 oder