Adrianopel. Der falsche Diogenes hatte sie mit dereitel,, Hoffnung getäuscht, daß sie ohne Schwierigkei-te» in Adrianopel würden eingelaffen werden. „WennNicephorus Briennius, sprach er, meine Ankunft er-,fährt, so wird er euch unverzüglich die Thsre öffnen,und mir als den Sohn eines Mannes, der seine wärm-ste Freundschaft genoß, in allen Dingen beförderlichstyn. Habt ihr aber nur erst diesen Ort in eurer Ge-walt, so steht euch auch der Weg zur Hauptstadt offene
VrienniuS hakte durch seinen rechtschaffenen bidernCharacter, das Herz des Kaisers Diogenes Romanusso sehr gewonnen, daß dieser ihn, mit seiner Bewilli-gung an Bruders Stakt aufnahm; ein Fall, der öfterszu geschehen pstegt. Diese Anecdoke als wahr und achtvon jedermann beglaubt, wie sehr ward sie in demMunde jenes Betrügers mißhandelt, da er den Brien-nius seinen Oheim nannte!
Die Comaner, von Natur leichtsinnige wankelmü-thige Köpfe,, ließen sich ohne Schwierigkeit überreden.Acht und vierzig Tage lang setzten sie der Stadt unauf,hörlich zu. Täglich thak die junge Mannschaft ausAdnanopel Ausfälle. Auf Verlangen des vorgeblichenDiogenes hielt Nicephom« Briennius mit ihm vomThurm herab ein Gespräch, das sich nun freylich mitBeschämung des erstem endigte. So viel ich aus derStimme abnehmen kann, sprach Briennius, seyd ihrnicht der, für den ihr euch ausgebt. Diogenes Sohnist bey Anüochien geblieben.
Unterd essen ward die Lage der Stadt immer bedenk-licher, und sie verlangte Hülfe vom Kaiser. Alexiusschickte unter dem Befehl Constantinus EuphorbenusKatakalo eine hinlängliche Anzahl Truppen ab, diesich zur Nachtzeit durch das Kalathadische Viertel in