befehligt hatte, angehalten und stranguliert. Wahr-scheinlich geschah dieß nicht ohne Vorwiffen des Sul-tans.
Waö den Vorschlag betrifft, den dieser in demvorhin angezcigten Schreiben that, so nahm ihn derKaiser wie billig mit Hohngelächter auf. Er wolltelieber alles Ungemach über sich ergehen lassen, als seinKind in einen elenden Zustand versetzen, der nur mitscheinbarer Pracht übertüncht war. Es war ihm jetztblos daran gelegen, den Sultan mit leeren Ver-sprechungen hinzuhalten. Deswegen sandte er denKurticiuS mit einigen andern an ihn ab, und gab ih-nen Briese mit, in denen er zwar das gute Vernehmenvon seiner Seite bekräftigte, und den bekannten An-trag eingieng; aber zugleich noch andre Bedingungenvorschlug, welche darauf abzweckten, die Unterhand-lungen in die hange zu ziehen. Bevor diese Gesandt-schaft Chorasan erreichte, kam ihnen schon das Gerüchtvon des Sultans Ermordung entgegen. Tuteses warUrheber dieses Mordes. Er hatte den Amer Soly-mann und seinen eignen Schwiegersohn, der aus Ara-bien gegen ihn in den Krieg zog, aus dem Wege ge-räumt, welches Gluck ihn so übermürhig machte, daßer nun auch dem Sultan nach dem heben stand. ZwölfChasier (wie sie in der persischen Sprache heißen) wü-khcude, mordsüchrige Menschen, wurden von ihm ange-siistet, den Sultan, der doch sein leiblicher Bruderwar, meichclmörderischer Weise umzubringcn. Sieerschienen am Hofe desselben als Gesandten, und nah-men hier zu ihrer teuflischen Absicht den Zeitpunkt wahr,da sich keiner seiner Getreuen um ihn befand. Ueber-haupc sind die Chasier als blutdürstige Wüthnche be-kannt. Ihre größte Wonne ist es, das Herz ihresNebcnmenschen zu durchboren. Sie selbst wünschensich keinen ehrenvollem Tod, als den, durch das
' Schwert