ihm den Trank des Todes gemischt. Zwar gieng er, feinerschweren Krankheit ungeachtet, gegen die Syrer und Ciliciernoch mit zu Felde; aus Syrien aber nolhigte ihn die über-hsndnchmende Krankheit nach Hause. Er mußte sich nachCilicien, von da über Pamphilien, Lydien und Bithymennach der Residenz bringen lassen, wo er den Seinigen, aberden Tod schon in den Eingeweide» § endlich wieder geschenktwurde. In diesem Zustande konnte er uns, so gern er auchwollte, die Erzählung der mancherley Zufälle nicht geben, dieer während unsrer Trennung erlitten hatte, und wir selbstverwehrten es ihm, aus Furcht, durch diese Anstrengung seinEnde zu beschleunigen. Das Herz blutet mir bey dieser Er-innerung und meine Thränen stießen. Ach was hat Romnicht an diesem Mann verloren! Keiner konnte weisereRachschläge erthcilcn, keiner hatte sich diese Erfahrung undFertigkeit in Geschafften erworben. Reich, wie er, an Kennt-nissen war niemand, man mochte nach fremden oder einheimi-fthen Dingen fragen. Und diese Anmuth, die über seine gan-ze Person ausgegossen war! diese Majestät der Gestalt, dieeinen Köniz — ja,, was sage ich? — die einen Gott an-kündigte!
Ich selbst — obgleich eines mächtigen Kaisers Tochterund auferzogen im Purpur — wie viele Wechsel des Glückshabe ich erlebt! Wie viele Stürme erlitten! Man erzähltvon,Orpheus, er habe Felsen und Wälder und die lebloseNatur durch die Macht seiner Leyer gezwungen, sich von derStelle zu bewegen. Von dem Flötenspieler Timotheus wirdgesagt, er habe,, als er das orthische Lied vor Alepandern an-stimmte, den Macedonier hingerissen, zu Schwerdt und Lanzezu greifen. Erzählte i ch die Geschichte meiner Leiden —ich würde zwar weder zum Laufe noch zum Streit, aber zuThränen würde ich den empfindenden Hörer bewegen- Ja,
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