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Carl Loewe, eine ästhetische Beurtheilung
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Carl Loewe.

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pulsirt. In etwas veränderter Form, ein Karfreitagsoratorium, istdas noch immer lebensfähigeSühnopfer des neuen Bundes" ge-schrieben. 3) Letzteres leitet schon mehr zu der zuletzt gestalteten Artüber:Der Blindgeborene",Lazarus",Johannes" (diese ganz ohneOrchester). 4) Sind zweiVokaloratorien für Männerstimmen", ganzohne Begleitung, zu nennen, wieder eine ganz neue Form,Die eherneSchlange" undDie Apostel von Philippi". Von letzterem erzähltu. A. Keferstein, daß es nach wohlgelungener Aufführung in Jenaallgemein als das größte und erhabenste aller bisher für Männer-stimmen erschienenen Werke anerkannt wurde und beim Publikumauch den letzten Zweifel an der Statthaftigkeit dieser neuen Gattungvon Oratorien zu Boden schlug." Und C. F. Becker, SchumannsMitarbeiter, berichtet in des letzteren Zeitschrift:Mit Freuden den-ken wir zurück an die Aufführung des Oratoriums unter der Lei-tung des genialen Komponisten, und noch hetzt, bei dem Durchspielenund ruhigem Durchschauen der Partitur möchten wir ihm herzlichdie Hand dafür drücken, daß er im Stande war, mit den ge-ringsten Mitteln, welche die Tonkunst bietet, ein Werk her-zustellen, das ein inneres Leben offenbart, wie es dasmusikalische Drama selten und das Oratorium fast niedarbietet. Wenige unter allen Tonsetzern würden ein solchesUnternehmen zu Ende gebracht haben, wenn sie es fauch mit Liebebegonnen hätten. Die Monotonie, die sich bei jedem neuen Takteimmer deutlicher herausstellte, hätte sicher die meisten sogleich zurück-geschreckt. Doch Carl Loewe, der sich seit seinem ersten Auftretengern eigenthümliche Pfade wählte und sich so glücklich in dem fürKünstler Unmöglichen zu fühlen scheint, löste die Aufgabe mit Kraftund Gewandtheit." Wie aber die maßgebendenFachleute" auchheute noch über das erweiterte Loewe'sche Oratorium denken, dafürmögen nur zwei Stimmen sprechen. Der berühmte und geniale Alt-meister der echt protestantischen Kirchenmusik, Ed. Grell, stelltunter Loewe's Kompositionen seine Oratorien ganz besonders hoch.Richtig weiß er sie nach ihrem Wesen zu bestimmen, wenn er, imHinblick etwa auf Händel, sagt:Von den 1012 Oratorien diesesMeisters ses sind deren im'Ganzen 16) sind nur wenige ihrem In-halte nach eigentliche Oratorien. Den größten Theil derselben könnteman als weltliche Kantaten, dialogisirte Legenden oder Balladen, diean das Geistliche und Kirchliche streifen, oder auf noch andere Weise