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läge des Maßstabes an ihn mit dem Theil der allgemeinen Ästhetikanheben, der von der Ballade handelt, d. h. im vollen Sinnedes Wortes mit einer „B alladen-Ästhetik". Eine solche fehltuns aber noch ganz und ,'gar, und was in einzelnen Werken derÄsthetik (z. B. bei Friedrich Bischer, bei Robert Zimmermann, auchbei Carriere und wieder bei von Kirchmann) in ganz untergeordneterWeise über die Ballade gehandelt wird, trifft schon darum meist nichtzu, weil nirgend die dort aufgestellten Ansichten auch nur im Ge-ringsten historisch begründet sind, und die schablonenmäßige Zustutzungder Ballade als integrirenden Theils einer Ab- (oder doch Unter-) Artder Lyrik oder (wie doch richtiger Wischern gegenüber von Kirchmann)der Epik in das Gesammtgefüge des ästhetischen Baues eben ansich als hinfällig sich erweist; so daß schon im vorigen JahrhundertJohann Jacob Bodmer in der als Vorrede zu seiner Übersetzungaltschottischer und altschwäbischer Gedichte geschriebenen Abhandlungüber die Ballade weit sachgemäßer vorgeht und fruchtbarere Winkegiebt, als alle geistreichen System-Kombinationen neuerer Ästhetik.Inzwischen haben einige Musikschriftsteller (wollte Gott, es käme dieZeit, daß deren mehre von klassischer Bildung beeinflußt wären!)im Einzelnen manchen nutzbaren Wink über die Ballade gegeben,z. B. die zum Theil schon erwähnten A. B. Marx, Heinroth,Keferstein, Lackowitz, C. H. Bitter. Gedenken wollen wir aber hiernoch eines Ästhetikers, nämlich Schleiermacher's, und einer literatur-kundigen Schriftstellerin, Talvj's (Loewe's geistbegabten Schwägerin),vor allem aber Uhland's (Sagenforschungen), die gar treffende Finger-zeige zur Ästhetik der Ballade geben. Eine Ästhetik der Balladealso ist vonnöthen, um über den Kunstwerth der Loewe'schen Musevoll und ganz urtheilen zu können. So sehr ist aber dieselbe von-nöthen, daß sogar die gesammte Ästhetik daraus großen Nutzenziehen würde, da jene über manches bisher noch dunkle Gebiet imEinzelnen der Ästhetik Klarheit schaffen würde.
Anstatt daß wir nun hier zur Abwechselung eine „Ästhetik derBallade" die Weite und die Breite vorführen, möge gestattet sein, dieSache dadurch zu erleichtern, daß wir der Einfachheit halber hierfürauf die ganz neu von der Presse kommende Schrift „Die ästhetischeBedeutung der Ballade"*) verweisen. Wir bemerken nur, daß,
Berlin, C. Duncker, sC. Hahmons) 1884. I. Philosophische Voraussetzun-gen der Balladen-Ästhctik. II. Zur Geschichte der Ballade. III. Elemente zu einer