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jede Stimme ihren eignen freien Weg. Damit gestaltet sich dererste Takt zu den beiden ersten Akkorden des Ganges und kannim Ganzen als grösseres Motiv angesehn werden, das nun diefolgenden Takte wiederholen bis zum Schlüsse.
Wir haben der Kürze willen gleich ein etwas komplizirtesBeispiel gegeben; der Schüler darf nicht so, sondern mit den ein-fachsten Motiven und Durchführungen anfangen. Erst nach reich-haltiger schriftlicher Hebung mag er sich auch am Instrument ausdem Stegreife versuchen.
Achter Abschnitt.
Anwendung- der neuen Mittel auf kunstmässige Begleitung.
Nun endlich sind wir vollkommen ausgerüstet für jede Art derBegleitung, die der Sinn unsrer Melodien fodern könnte; wirkönnen jetzt die flüchtigste und fliessendste Begleitung in zahllosenFormen darstellen, wie früher (z. B. in No. 535, 538, 539) einefeste und volle in lauter abgeschlossenen, nur gelegentlich durchharmonische ßeilöne u. s. w. verbundnen Akkorden. Beiläufig er-kennen wir nun erst, dass einige Töne in No. 537, die wir ausdem früher Erkannten nicht hätten erklären können, nichts andersals Hülfstöne sind.
Von hier ab genügen wenige Ueberlegungen. Die Mittel habenwir in Händen, ihre Anwendung geübt; es kommt nur nochdarauf an, für jede besondre Aufgabe die rechten Mittel zu ergrei-fen, — zu beurtheilen :
Welche Form der Begleitung, überhaupt -der Darstellung fürden Sinn jedes Liedes die geeignete ist.
Bei der grossen Aehnlichkeit, die viele der bisher betrachtetenFormen mit einander haben, ferner bei den verschiedenartigen Auf-fassungen, die bei den meisten (wo nicht bei allen) Aufgabenmöglich und statthaft sind, kann selten oder nie davon die Redesein, eine einzige Form als allein und vor allen andern gerechtaufzuweisen; wohl aber lassen sich gewisse allgemeine Grundsätzedurchführen, die überall auf die treffende Richtung hinwei-sen und vor Verirrung bewahren. Die Erkennlniss und Be-herzigung dieser Grundsätze setzt voraus, dass der Schüler allebisher aufgefundnen oder von ihm neu zu entdeckenden For-men mit sinniger Theilnahme aufgenommen und sich über ihrenInhalt wenigstens in den Grundzügeu ein gewisses Bewusstseinerworben habe.
Marx, Komp. L. I. 4. Au fl.
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