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1 (1852)
Entstehung
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Dritte Aufhellung.

Das weltliche Volkslied.

Der zweite Stoff, an dem wir unsre Begleitungskunst üben,ist das Volkslied. Jede Nation besitzt deren, aber keine reicherund kostbarer, als die unsre und die ihr verwandten Stämme derbritischen Inseln und Scandinaviens.

Es darf kaum erwähnt werden, dass wir unter dem NamenVolkslied nur die Weisen begreifen, die wirklich im Volke gelebthaben, nicht die, welche irgend ein Komponist mit mehr oder we-niger Glück im Sinne des Volks verfertigt hat. Solche gemachteVolkslieder mögen künstlerischen Werth haben (vielleicht höhernals manches wirkliche Volkslied) welchen sie wollen : immer fehltihnen das eigentliche Wesen; sie haben nicht im Volke gelebtund sind nicht sein Eigenthum geworden; das Volk hat sichnicht in ihnen eingewohnt und sie sich nicht sinn- und Stimm-recht gemacht, hat nicht in ihnen gelebt, und seinen Sinn, seineSeele in sie hiueingesungen ! Nur wo das geschehen, wo das Liedaufgehört hat, Werk eines Einzelnen, eine Komposition zusein, wo es Besitzthum, organisches Wort, Stimme des Volks ge-worden ist, da nur haben wir das Volkslied vor uns. Und daist es lebendigster Volksausdruck, einer der unschätzbaren,jedes verwandte, jedes verstehende oder nur ahnende Gemüth tiefstergreifenden Laute, in denen jedes Volk das Räthsel seines Daseinsund Empfindens, sich selber unbewusst, zu offenbaren hat.

Dies ist der tiefe Sinn des Volksliedes, und durch ihn ist esvon tiefster Bedeutung für den Musiker, d.er hoffentlich am fähig-sten ist, die Weise auf das Innigste aufzunehmen und zu begrei-fen. Was- das ächte Volkslied ihn über seine Kunst lehrt, istsicher wahr und ächt; nicht immer für allgemeine Anwendbarkeit,aber im Sinne des Volks, aus dem es stammt. Aber eben desshalbmuss es nicht sofort aus allgemeinen Prinzipien, sondern aus diesemSinne gefasst und erwogen werden. Jene abstrakte Anwendunggemachter Regeln haben wir stets von uns gewiesen ; wenn eineGestaltung den allgemeinen Gesetzen nicht entspricht, erklären wirsie darum noch nicht für falsch, sondern forschen nach den beson-dern Gründen der Abweichung. Das erfindende oder umbildende