überschauen, ihre Wirkung auf Harmoniesätze beobachten, erken-nen wir in ihnen
ein neues, und zwar das stärkste Mittel derHarmonieverbindung.
Nächst dem allgemeinsten Zusammenhang, den Akkorde dess-wegen untereinander haben, weil ihre Töne einer gemeinsamen Ton-leiter (S. 81) angehörten, waren es zwei Beziehungen, durch welchesie in näheres harmonisches Verhältniss mit einander gerathen.
Erstens die gemeinschaftlichen Töne. Allein wie wir siebis hierher kennen gelernt, sind sie bei dem Eintritte des neuenAkkordes gerade die unwirksamsten. Denn sie sind schon da,können also nicht auffallen, während die neu eintretenden Tönedie Aufmerksamkeit auf sich lenken.
Zweitens die nothwendigen Forlschreitungen zu einem an-dern Akkorde, die dem Dominant-Akkord und seinem ganzen An-hang von Natur angewiesen sind, — wiewohl wir schon so mancheAbweichung vom natürlichen Gange zugestehen mussten.
Beide Beziehungen treten vereint und verstärktbei den Vorhalten ein. Der Vorhaltton ist ebenfalls aus dem vor-angehenden Akkorde beibehalten; da er aber dem neuen Akkordewiderspricht, so reisst er die volle Aufmerksamkeit an sich. Auchihm ist bestimmte Fortschreitung angewiesen; aber vermöge seinesWiderspruchs gegen den ganzen neuen Akkord kann diese —wenigstens so viel wir bis jetzt aus dem ursprünglichen Wesendes Vorhalts einsehn — nicht verschoben werden, bis der ganzeAkkord sich fortbewegt; die Auflösung muss noch während desAkkordes selbst erfolgen.
So bilden die Vorhalte Akkordverbindungen 37 ), die auf das
37) Dreiunddreissigste Aufgabe: Einige der fliessendsten Harmo-niegänge sind am Instrumente mit Vorhalten — in folgerechter Motivirung,wie sich stets versteht ■— durchzufiihren, um auch diese Form zur Geläufigkeitzu bringen. So könnte der Gang No. 242, A in dieser Weise
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mit Vorhalten von oben und unten in der Oberstimme, der Gang No. 242, Bmit Vorhalten von oben in der Oberstimme
oder mit Vorhalt aus der jedesmaligen Septime, —