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Jetzt soll das Entgegengesetzte geschehn ; die verschiednenStimmen sollen nicht gleichzeitig mit einander fortgehn;irgend eine Stimme —■ z. B. die Oberstimme — soll nicht mit denandern Stimmen fortschreiten. Hier —
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ist die Akkordfolge im Wesentlichen dieselbe geblieben; der erste,dritte und fünfte Akkord sind ganz unverändert, die drei Unter-stimmen sind es ebenfalls. Während aber diese drei Stimmen vomersten Akkorde zum zweiten fortsehreiten, verweilt die Oberstimmenoch auf dem Tone des ersten Akkordes, aufg-. Dieses ist nichtzum zweiten Akkorde gehörig, es ist gegen ihn in Widerspruch,muss daher auch endlich vor ihm zurückweichen und dem rechtenAkkordtone, f, Platz machen; dadurch ist der Widerspruch besei-tigt,— oder, nach der Kunstsprache, aufgelöst. Ja, wir würdengar nicht auf den widersprechenden Ton gekommen sein, w r irhätten ihn nicht einführen dürfen, wär’ er uns nicht als Ueber-bleibsel aus dem ersten Akkord erklärlich und darum in seinemWiderstreit gegen den andern Akkord erträglich. Sein Vorhanden-sein im ersten Akkorde hat ihn uns bekannt gemacht und unsdadurch vorbereitet, ihu im andern noch zu finden. — Dasselbegilt von c im vierten Akkorde g-h-f oder g-h-d-f.
Ein solcher Ton, der aus dem einen Akkord in den andern,zu dem er nicht gehört, hinüberrankt, heisst
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denn er muss (nach der gemeinen Sprachweise) länger Vorhal-ten, als sein Akkord von Haus’ aus mit sich bringt.
Hiermit sind alle Verhältnisse klar, unter denen ein Vorhalt,der Natur der Sache nach, statthaft ist.
Erstens muss er vorbereitet sein; das heisst: der zum Vor-halt bestimmte Ton muss schon im vorhergehenden Akkord, undzwar in der nämlichen Stimme, vorhanden gewesen sein;denn er ist eben ein länger festgehallener Ton.
Zweitens muss er aufgelöst werden; das heisst: derWiderspruch zwischen ihm und dem Akkorde muss sich lösen, dievorhaltende Stimme muss endlich noch in den eigentlich ihr zukom-menden Akkordton eingehn.
Gleichwohl wird noch immer ein Widerspruch zwischen Vor-
*) Vielleicht verdieDte der süddeutsche Name „Aufhalt“ vor dem übli-cher geworduen obigen den Vorzug.