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1 (1852)
Entstehung
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Schwankender und in sich unsichrer erscheinen die abge-leiteten Akkorde, die nun schon des eigentliehen Grundtonsentbehren ; um so sprechender tritt aber auch in ihnen der Aus-druck der Nonen und der Septime hervor. Von hier ab in dieumgebildeten Septimen- und Nonen-Akkorde entfernenwir uns immer weiter von der Klarheit und Sicherheit der erstenNalurbildungen. Die umgebildeten Akkorde sind zum Theil sofremdartig, dass man sie nur im Zusammenhang der Gänge, wo sieentstanden, klar zu fassen und einzuführen sich getraut.

Wenden wir unsre Betrachtung auf die Modulation in fremdeTonarten, so ist gewiss, dass durch dieselbe unsre Bewegungsmittelunermesslich vermehrt und gesteigert, nur dadurch lichte, klar ge-sonderte Räume für grössere Konstruktionen gewonnensind. Aber damit sind wir herausgetreten aus dem sicher und fest-geschlossenen Kreise der einen Tonart und je mehr wir uns vonihm entfernen, desto weiter gehen wir von der Einheit undRuhe der einheimischen, in einer einzigen Tonart weilenden Modu-lation hinweg.

Immer wird in dieser einheimischen Modulation die sicherste,ruhigste Haltung, in den nächsten Ausweichungen (Dominante, Unter-dominante , Parallele) der einfachste, klarste, verbundenste Fort-schritt, in entferntem Modulationen ein des sichern Zusammen-hangs kühn sich entschlagender Schwung oder Sprung, in gehäuf-ten Modulationen Beweglichkeit und rastloser Trieb, in ungeordnethin und her führenden Unstätheit bis zur Unordnung und Verwir-rung, in wohl geordneten bestimmter Einherschritt, feste Entwicke-lung ausgesprochen sein. Ja, wir werden geheimere Beziehungenauf entlegnere Tonarten gewahren, die uns in gewissen Fällen eherauf diese, als auf die nächstliegenden führen, die aber nicht hier,sondern anderswo zur Sprache kommen. Jetzt ist unsre Aufgabe:uns all dieser Bewegungen zu bemeistern, um sie da, wo es künf-tig recht erscheinen wird, anzuwenden.

Merkenswerth ist, dass wir bei dem Eintritt in die Harmonikdurch die Masse des Neuen und die Arbeit an ihrer Bewältigungvon der Melodik eine Zeit lang ganz abgezogen wurden, all-mählig aber (besonders seit der fünften Abtheilung) wieder nachihr hinüberblicken mussten und kürzlich (im siebenten und achtenAbschnitte) das Melodieprinzip eingreifen sahn in die Harmonik.Dies deutet auf innigere Verschmelzung beider Prinzipe hin, diewir in den folgenden Abtheilungen zu gewärtigen haben*)

*) Hierzu der Anhang ]P,