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Zunacht strebt er in die Tonika und zieht die Nonen, sowie dieabgeleiteten Akkorde mit sich; dann führt er und sein Gang alsbewegende Kraft der Modulation aus einer Tonart in dieandre; endlich, wenn er der Tonika und der in ihr gebotenen Lö-sung seines Verlangens entsagt, wird seine Bewegung auhalt- undschrankenlos ; dann findet keiner der aus ihm hervortretenden Gängein sich selber irgend Befriedigung und Stillstand, jeder treibt un-aufhaltsam durch alle Stufen der Tonleiter, bis man unbefriedigt,willkührlich abbricht oder sich irgendwo in eine tonische Harmoniehineinrettet.
Eben so gerechtfertigt ist ihm gegenüber die Bezeichnungder tonischen Dreiklänge als
Sitze der Ruhe;
denn sie sind Ziel, wirkliche Befriedigung und Endschaft allerharmonischen Bewegung, so wie sie — namentlich der grosseDreiklang — ihr Ursprung waren als Grundlage des Dominant-akkordes. Sie für sich haben keinen Trieb der Fortbewegung,jeder steht für sich allein, ohne das Bedürfniss, sich in einen an-dern Akkord zu bewegen. Daher bringen sie auch, nachdem ausihnen der Dominantakkord hervorgetreten ist, keine neuen Akkordeund keine nothwendig zusammenhängenden Harmouiegänge hervor ;ihre fliessende Verbindung, die Folge von Sextakkorden, hängt nurmelodisch durch gleiche Richtung der Stimmen, harmonischaber gar nicht zusammen. Nun erst begreifen wir den Namen
Dominante
vollständig. Dominante heisst der Ton; — denner beherrscht und lenkt
alle Tonverbindung und Tonbewegung; er ist der Angel, um densich die beiden ersten Harmonien, um den sich alle Tonbewegungen ‘und alle Modulationen drehn 30 ).
B. Verwendung der neuen Mittel bei Harmonisirungen.
Dass die neuen Motive, dass die Folgerichtigkeit der neuenGangbildungen bei der Harmonisirung ebensowohl, wie die frühemAnwendung finden, — und wie im Allgemeinen dabei zu verfah-ren, bedarf nach allem bisherigen keiner weiten Erörterung. Nurdas Material ist bereichert, die Grundsätze sind dieselben.
Bei den letzten Uebungen musste jeder fremde und konnte jeder
30) Sechsandzwanzigste Aufgabe: Uebung in den neuentdecktenGängen mit Ausscheidung alles Ueberladenen oder sonst Missfälligen. Es sollder Schüler nicht alles Mögliche, sondern nur das ihm Zusagende sich aneignenund sein eignes Empfinden zu selbständigem Uriheil erziehen.