109
zeichnenden Tonarten, in B, Es u. s. w. Nun kann der Domi-nantakkord von Cdur, g-h-d-f , nicht in Gdur gebildet werden,denn da fehlt es an einem ƒ, weil dies zu Jis erhöht worden, —folglich auch in keiner andern'mit Kreuzen vorgezeichneten Tonart,weil in allen Jis und nicht f vorhanden ist. Eben so wenig kanng-h-d-f in Cdur oder einer andern mit Been vorgezeichnetenTonart gebildet werden, weil ihnen allen h fehlt, an dessen Stellescit Fdur b getreten ist. Folglich kann g-h-d-f nur in Cdur statt-findeu. Da nun alle Durtonarten gleich gebildet sind, so gilt vonjeder, also auch von dem Dominanlakkord einer jeden, was ebenvon Cdur und seinem Dominantakkorde bewiesen worden ist.
Weil nun der Dominantakkord das sieherste Zeichen der Ton-art ist, so dient er zur Bildung des Ganzschlusses. Bis jetzt habenwir unsre Ganzschlüsse (in harmonischer Beziehung) durch dieFolge der zweiten und ersten Masse, oder vollstandiger des Drei-klangs der Dominante und Tonika gemacht. Jetzt haben wir dasVollkommnere erkannt:
der Ganzschluss wird (in harmonischer Beziehung) durchdie Yerbindung des Dominantakkordes mit dem tonischenDreiklang, in den er sich auflöst, gebildet;denn nur durch diese Verbindung wird die Tonart vollkommen bezeichnet.
Nun aber lassen sich beide Akkorde in mehrfacher Stelluugihrer Töne zusammenstellen, wie wir in No. 113 gesehen haben.Alle dort aufgewiesnen Formeln können als Ganzschlüsse geiten.
Allein wir wissen hereits (S. 60) seit dem Satz in der Na-turharmonie, dass der Schluss nur dann vollkommen befriedigt,wenn der wichtigste Ton, die Tonika, in der wichtigsten Stimrne— der Oberstimme — erscheint. Dies ist in No. 113 nicht durch-weg der Fall. Daher haben wir zu unterscheiden zwischen voll-kommnen und unvollkommnen Schlüssen. Die erstern sindsolche, in denen, wie hier bei a und b
die Tonika in die Oberstimme tritt; der slarkste ist der erste (a)weil h im Dominantakkorde nach c gehen muss, folglich das Vor-gefühl des darauf folgenden c , also des vollkommnen Schlusses er-regt, wahrend d sich auch in die Terz auüösen könnte. Unvoll-konnnne Schlüsse sind die bei c, d und e; hier sind die, welchedie Terz des tonischen Dreiklangs in die Oberstimme stel-