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seizen können? — Allenfalls; aber der Bass ware nicht so geradeund entschieden (S. 91) gegangen, wie in No. 111, und dannwaren wir von dem zweiten Dreiklang (auf f) zu eiuem nicht blosfremden, sondern auch von einem Dur- zu einem Mollakkord ge-gangen , also zu einer fremdern und zugleich triibern Harmonieforlgeschrilten, wahrend in No. lil zw 7 ar auch zu einer fremdenaber zu einer hellern Harmonie forlgeschrilten wird.
Aus demselben Grund ist auch Takt 6 das zweite a nicht niita-c-e, sondern mit d-J'-a begleilet worden, das mit dem voran-gehenden f-a-c in nachster Verbindung steht. — Oder hattenwir das erste a mit a-c-e begleiten sollen? Dann würden zweioder drei Mollakkorde (wie No. 112, b) an einander geralhen sein.Wenn wir nun den Molldreiklang sclion an sich (S. 96) vontrübem oder getrühtem Karakter befunden, so muss das Zusammen-treffen mehrerer Dreiklange dieser Art dem Satz einen noch trü-bern Sinn erlheilen; dies kann fiir den Ausdruck einer solchenStimmung angemessen sein, sonst aber (und wir habeu es jetztnoch nicht mit besondern Stimmungen zu thun) nicht.
Hatte der fiinfle Melodieton (h im zweiten Takte) nicht alsQuinle benutzt und mit e-g-h begleitet werden können? — Eswar’ ohne fehlerhaften Schritt möglich gewesen. Allein die Akkordec-e-g und e-g-h (die Tonarlen Cdur und Emoll) haben keinenahere Beziehung zu einander.
Alle bei II. leer gelassnen Stellen bleiben unveriindert, weilsich fiir sie kein Bedürfniss der Abanderung zeigt, vielmehr durchAenderungen nur verloren werden würde. Wir bedienen uus alsoder erlangten Freiheit nicht nach Willkühr, Laune, muthwilligerLust am Abweichen, sondern unter der Leitung der Vernunft;Vernunft und Freiheit siud Eins. Ohnehin wollen wir uns schonbier cinpragen, dass der Werth eines Kunslwerkes nicht auf derHiiufung recht vieler Mitlel, z. B. recht vieler oder mannigfaltigerAkkorde beruhl, sondern auf seiner Idee und der zweckmassigenVerwendung der Mitlel. Dem wahren Künstler ist Idee und Aus-druck derselben (oder Miltel zu ihrer Darslellung) untrennbar Eins.Der Jiinger ist als solcber noch nicht berufen, eine ihm eigneIdee zu offenbaren; ihm ist das Wesen der Kunst und seiner jedes-maligen Aufgabe stalt derselben Iiichlschnur. Bei den Uebungen 10 )
10) Siehente Aufgabe: Der Schuier hat die in der Beilage III gegeb-nen Melodien zu bearbeilen und nötbigenfalls diese Uebung in andern Tonarlenzu wiederholen. Das Verfaüren dabei ist folgendes.
a. Jede Melodie wird erst nach der ersten H a rm o n i e wei s e (mitübergesetzten Ziffern) ausgearbeitet,
b. dann — No te unter No te — auf einem zweiten System abgeschrie-