Druckschrift 
1 (1852)
Entstehung
Seite
85
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so haben wir zuerst die Quinten vermieden, und dann doch nochden Akkord vollstandig vernominen; das Erstere haben wir durchGegenbewegung (S. 73) erlangt, indein der Tenor in cutge-gengeselzler Richtung zum Basse sich hewegte; das Andre hat unsGelcgenheit gegeben, in ein und demselben Akkord einer Slimmezwei Töne , also grössere Belebung, zu ertheilen. Hiermit ist alsoder letzte Missstand jener bedenkliehen Stelle beseiligt*).

Dergleichen nachschlagende Akkordlöne heissen harmonischeB ei t ö ne.

D. j Der Dominantakkord.

Dieser Weg hat unabsichtlich auf einen neuen Akkord, undzwar von vier Tonen, geführt

g - h - d - f,

wahrend unsre bisherigen Akkorde nur drei Töne batten; der vierteTon des neuen Akkordes ist vom Grundton die Septime. Akkorde

*) Es giebt noch manche andre Wege, jene unzulassigen Fortschreitungenzu vermeiden. Man könnle den Tenor weit hinauf zum Tone des Alts unddann in die fehlende Quinto fiihren, wie hei a, man kcinnte ihn üher denAlt weg, in einen ganz andern Akkordton (wie bei b) fiihren, oder ihn sowohl,wie den Alt in andre Töne (wie bei c)

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hinabschreiten lassen; audrer Auswege, die sich spater zum Theil von selbst'ötfnen, nicht zu gedenken. Alle diese Wege sind zuliissig. Nur liegen sie unver-kennbar nicht so nahe, als der in No. 96 erfundne: denn hei a muss der Te-nor weit weg, hei h sogar iiher eine höhere Slimme hinausschreiten, auchbleibt der Akkord unvollstiindig, bei c aber schreiten ztvei Stimmen, Alt undTenor, in entlegne Akkordstufen. Wir hleiben also fiir jetzt bei unsrer Weise,bis wir sie besser ersetzen können. Dies Letztere aber wird allerdingswiinschenswerth sein ; denn das zuerst erscbeinende zweifache h ist allerdings aus Griinden, die wir bei No. 158 erfahren werden nicht wohlansprechend.Nur fiir jelzt miissen wir es uns gefallen lassen, wenn wir nicht der systema-tischen Entwickelung vorgreifen wollen; erst No. 169 bringt die LösuDg diesesFalies ohne Abiinderung oder Umgestaltung der Harmonie.