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besser gleich in Anwendung auf bestimmte Instrumenle oder Stim-men gelehrt werden.
6. Vorlaufige Rechtfertigung dieses TVeges.
Nachster Lohn dieser vollsüiudigen und systemalischenEntwicke-lung ist: dass keine der spalern Formen , auch die, welche man fiir dieschvvierigern halt (z. B. Fuge und Kanon), schwerer erreiehbarist, als jede vorbergegangne; deun jede ist nur weitere Folgeder vorigen; jede erscheint zwar zusammengesetzter, zahlreichemRücksichten unterworfen, findet aber in deniselhen Grade geübtereKrafte und geniigenden Vorbau. Indem sich nun Form ausder andern durchaus vernunftgemass entwiekelt, zeigt sich auchjede als vernünftiges, sinnvolles Kunslgebilde und als unentbehr-liches Glied in der Unterweisung des Knnstjüngers; — und zwardas Letztere theils um ihrer selbst willen, theils wegen des wei-ter daraus Folgenden. Es fallen also jene von Halb-Unterrichtetenangeregten Vorurtheile, dass gew'isse Kunstformen, etw'a die Fugeu. A., veraltet seien , ganz weg. Sie sind fiir sich an ihrer Stelleunersetzlich, und für weitere Entwickelungen und die vollendeteKünstlerbildung nnenlbehrlich.
In dieser Folgerichligkeit und gerechten Erkenntniss legt dieKompositionslehre ihre zweite Rechtfertigung ab, wahrendihre erste darin liegt, dass sie ihre Aufgabe vollslandig auf sichnimmt.
Es versteht, sicli iibrigens von selbst, dass jene Vollstandigkeit,welche als Bedingung der Kompositionslehre anerkannt wird, nichtim materiellen Sinne zu fodern ist. Nicht alle mögli-chen Gestaltungen kann eine Lehre geben, zumal da die fort-lebende Kunst deren taglich neue hervorzurufen vermag; dieseVollstandigkeit, wenn sie erreiehbar ware, müssle man verderblichnennen, denn sie würde der eignen Thatigkeit des Jiingers schlecht-hin ein Ende machen. Wohl aber muss die Lehre alle weseut-lichen Gestaltungen aufweisen, und von ihnen aus die W egeanbahnen, auf denen man zu allen iibrigen gelangen kann, dieschon irgendwo hervorgebracht sind, oder noch künflig herausgebil-det werden können.. Nur wenn die Kompositionslehre dies erfiillt,ist sie wahre und befriedigende Kunsllehre, erweiset sich auchdarin dem Wesen der Kunst treu, dass sie sich vom ersten Anknüpfendurch alle Glieder organisch bewegt, und dass jede künftigeorganische Anbildung sich ihr nothwendig anschliessen, jederFortschritt der Kunst ihr weitere Forlführung darhieten, nicht aberzur Widerlegung werden kann.