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rang gewann. Ein grosser Theil der ursprünglich für die „Philo-sophie in Bedrängniss“ bestimmten Gedanken ist dann in die„Historie“ übergegangen. Die Ideen dieses Entwurfs klingenauch noch im „Schopenhauer“ vielfach an, besonders in den An-griffen des letzten Abschnitts auf die Universitätsphilosophie.
Ausser der von Nietzsche selbst aufgestellten Dispositionund den Aufzeichnungen der ersten Conceptionstufe sind Theiledes zusammenhängenden Texts in der ersten Niederschrift undeiner fragmentarischen Reinschrift vorhanden. Die Einordnung derGedanken unter die einzelnen Theile der Disposition stammt vomHerausgeber.
Unzeitgemässe Betrachtungen.
Allgemeines.
Der Begriff des „Unzeitgemässen“ als des gegen dieschlechte „Jetztzeit“ Ankämpfenden, in eine bessere ZukunftHinausweisenden, Überzeitlichen war seit lange für Nietzsche einvertrauter, seinem Wesen congenialer, durch Schopenhauer inihm bestärkter Begriff. „Dafür steht er auch da, festgewurzeltdurch eigne Kraft, mit seinem Blick immer drüber hinweg überalles Ephemere und unzeitgemäss im schönsten Sinne,“ schreibter im Frühjahr 1869 über Wagner. Dass der Plan der„Unzeitgemässen Betrachtungen“ ihm erwachsen ist aus derDesperation über die Bayreuther Sache, die an der Theil-nahmlosigkeit der schlechten Gegenwart zu scheitern schien,hat Nietzsche selbst in einer Aufzeichnung vom Frühjahr 1875verrathen (S. 256). Und Anfang Mai 1873 schreibt er einemFreunde: „Ich kam von Bayreuth in einer solchen anhaltendenMelancholie zurück, dass ich mich endlich nirgends anders wohinretten konnte, als in die heilige Wuth.“ Das erste Opfer dieser„heiligen Wuth“ war David Friedrich Strauss. Bald nach der„Straussiade“ sammelt er sich zur „Historie“ und skizzirt gleich-