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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
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stellen sich die Künstler auf Seite des Geschmacks undbleiben ewig unehrlich.

Für die römische Cultur wesentlich die SeparationderForm; der Inhalt wird durch sie versteckt oderübertüncht. Das Nachmachen einer fremden fertigen Culturist deutlich zu beobachten. Aber das haben die Griechenauch gethan. Ein neues Gebilde ist das Resultat. Dierömische Beredsamkeit war da in grösster Kraft undvermochte deshalb sich das Fremde zu assimiliren. DasPrächtige, Brutale und Verführerische der asiatischenRhetorik zuerst, dann der rhodischen, dann der attischenKunst: also rückwärts, ins immer Einfachere.

Cicero der decorative Mensch eines Welt-reichs. Als vollendeter Mensch und Wonne der Naturempfindet er sich, daher sein Ruhmgefühl. Seinepolitischen Thaten sind Decoration. Er verwendet alles,Wissenschaften und Künste, nach ihrer decorativenKraft. Erfinder desPathos an sich, der schönenLeidenschaft. Die Cultur als verhüllende Decoration.

Die Stärke und Ehrlichkeit seines Charakters zeigtsich als Künstler. Aber die Reinheit seines Geschmacksist nicht so gross, dass er vermöchte Demosthenes nach-zuahmen: ob er schon höchlichst mit ihm wetteifert.(Wagner Beethoven.) Er ist als Künstler ehrlich undgiebt ganz, was ihm gefällt. Aber ihm gefällt nichtdas Beste am meisten, sondern das Asiatische. Daswar echt römisch.

Aufgabe: das Werden einer solchen Natur psycho-logisch zu erklären.

Der moralische Mangel Ciceros erklärt seinen äs-thetischen Mangel (an Ehrlichkeit). Alle neueren Zeitenleiden an diesem Mangel: unser Stil verhüllt. Es ist nachArt Ciceros fortzuringen mit den Griechen. Leopardi.

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