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stellen sich die Künstler auf Seite des Geschmacks undbleiben ewig unehrlich.
Für die römische Cultur wesentlich die Separationder „Form“; der Inhalt wird durch sie versteckt oderübertüncht. Das Nachmachen einer fremden fertigen Culturist deutlich zu beobachten. Aber das haben die Griechenauch gethan. Ein neues Gebilde ist das Resultat. Dierömische Beredsamkeit war da in grösster Kraft undvermochte deshalb sich das Fremde zu assimiliren. DasPrächtige, Brutale und Verführerische der asiatischenRhetorik zuerst, dann der rhodischen, dann der attischenKunst: also rückwärts, in’s immer Einfachere.
Cicero der decorative Mensch eines Welt-reichs. Als vollendeter Mensch und Wonne der Naturempfindet er sich, daher sein Ruhmgefühl. Seinepolitischen Thaten sind Decoration. Er verwendet alles,Wissenschaften und Künste, nach ihrer decorativenKraft. Erfinder des „Pathos an sich“, der schönenLeidenschaft. Die Cultur als verhüllende Decoration.
Die Stärke und Ehrlichkeit seines Charakters zeigtsich als Künstler. Aber die Reinheit seines Geschmacksist nicht so gross, dass er vermöchte Demosthenes nach-zuahmen: ob er schon höchlichst mit ihm wetteifert.(Wagner — Beethoven.) Er ist als Künstler ehrlich undgiebt ganz, was ihm gefällt. Aber ihm gefällt nichtdas Beste am meisten, sondern das Asiatische. Daswar echt römisch.
Aufgabe: das Werden einer solchen Natur psycho-logisch zu erklären.
Der moralische Mangel Cicero’s erklärt seinen äs-thetischen Mangel (an Ehrlichkeit). Alle neueren Zeitenleiden an diesem Mangel: unser Stil verhüllt. Es ist nachArt Cicero’s fortzuringen mit den Griechen. Leopardi.
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