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Es giebt zwei Maximen in Betreff der Erziehung.Erstens: man solle die Stärke eines Individuums bald er-kennen und dann daraufhin alles richten, diese Stärke \auf Kosten aller übrigen geringeren Kräfte auszubilden:so dass die Erziehung dann eben Leitung jener Kraftwird. Zweitens: man solle alle vorhandenen Kräfte her-anziehn und in ein harmonisches Verhältniss setzen,also die geringem, gerade der Überleitung bedürftigen,kräftigen, die überstarken schwächen. Woran soll mannun einen Maassstab haben? Das Glück des Einzelnen!
Der Nutzen, den er dem Gemeinwesen erweist? Diepartiellen sind nützlicher, die harmonischen sind glück-licher. Sofort entsteht diese Frage von neuem: einegrosse Gemeinschaft, ein Staat, ein Volk: soll es einepraktische Kraft besonders ausbilden oder viele Kräfte?
Im ersten Falle wird der Staat die partielle Ausbildungder Individuen nur ertragen, wenn die partiellen Eigen-schaften in seinem Ziele liegen, das heisst: er wird nureinen Theil der Individuen nach ihrer Stärke erziehen,bei den andern wird er nicht mehr nach Stärke undSchwäche sehen, sondern dass die bestimmte Eigenschaft,sei sie ursprünglich noch so schwach, jedenfalls entwickeltwerde. Will er eine Harmonie, so kann er dies immernoch auf zwei Weisen: entweder durch harmonische Aus-bildung aller Individuen, oder eine Harmonie der partiellausgebildeten Individuen. Im letzten Falle wird er auslauter widerstreitenden machtvollen Kräften eine Tempe-ratur erzeugen, dass heisst: er muss die Stärken in ihrerpartiellen Ausschliesslichkeit abhalten von der Feindselig-keit gegen einander, von der gegenwärtigen Zerstörung,