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2. Zweiter Theil:
Angriffe auf die Philosophie.
1.
Die strengste Richtung der Philosophie ist im Be-griff, sich in ein relativistisches System zu verwandeln,ungefähr gleich dem „der Mensch ist das Maass allerDinge“. Damit ist es vorbei: denn es giebt nichts
Unerträglicheres als solche Grenzwächter, die nie wasanderes wissen als: „hier nicht weiter!“ „dort darf
man nicht hingehen!“ „jener hat sich verlaufen“, „wirwissen nichts mit absoluter Zuverlässigkeit“ u. s. w.Es ist ein ganz und gar unfruchtbarer Boden. — Sowäre es denn vorbei? — Der Kaiser Augustus gebot,als ganz kleiner Knabe, den Fröschen auf einem Land-hause Schweigen, die ihm durch ihr Quaken lästig fielen:sie sollen von da an geschwiegen haben, wie Sueton sagt.
2 .
Man muss beachten, dass eine Menge Philosophiebereits vererbt ist, ja dass die Menschen fast gesättigtsind. Was führt nicht jede Unterhaltung, jedes Gesell-schafts-Buch, jede Wissenschaft mit sich an angewandterPhilosophie! In wie zahllosen Thaten zeigt sich auch,dass der Mensch, der jetzige, unendlich viel Philosophieeingeerbt hat. Schon die homerischen Menschen zeigendiese angeerbte Philosophie. Ich meine, die Menschheitwird nicht aufhören zu philosophiren, wenn man auchdie Lehrstühle unbesetzt liesse. Was hat nicht die Theo-