7- Apologie der Kunst.
i.
Es giebt keine Form in der Natur, denn es giebtkein Inneres und kein Äusseres.
Alle Kunst beruht auf dem Spiegel des Auges.
Die menschliche Sinnenerkenntniss ist sicherlichauf Schönheit aus, sie verklärt die Welt. Was haschenwir nach einem andern? Was wollen wir über unsreSinne hinaus? Die rastlose Erkenntniss geht in’s Odeund Hässliche. — Zufrieden sein mit der künstlerischangeschauten Welt!
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Es ist eine Kraft in uns, die die grossen Züge desSpiegelbildes intensiver wahrnehmen lässt, und wiedereine Kraft, die den gleichen Rhythmus auch über diewirkliche Ungenauigkeit hinweg betont. Dies muss eineKunstkr^ft sein, denn sie schafft. Ihr Hauptmittel istweglassen, übersehen und überhören. Also anti-wissenschaftlich: denn sie hat nicht für alles Wahrge-nommene ein gleiches Interesse.
Das Wort enthält nun ein Bild, daraus der Begriff.Das Denken rechnet also mit künstlerischen Kräften.Alles Rubriciren ist ein Versuch, zum Bilde zu gelangen.Zu jedem wahren Sein verhalten wir uns oberflächlich,