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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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3. Gegen die ikonische Historie.

Das Historische ist besonders als Gegenkraft gegenden theologischen Mythus, aber auch gegen die Philo-sophie, so breit entwickelt: das absolute Erkennenfeiert hier und in den mathematischen Naturwissenschaftenseine Saturnalien, das Geringste, was hier wirklich aus-gemacht werden kann, gilt höher als alle metaphysischenIdeen. Der Grad der Sicherheit bestimmt hier denWerth, nicht der Grad der Unentbehrlichkeit fürMenschen. Es ist der alte Kampf von Glauben undWissen.

Der historische Erkenntnisstrieb sein Ziel denMenschen im Werden zu begreifen, auch hier das Wunderzu beseitigen. Dieser Trieb entzieht dem Culturtriebe diegrösste Kraft: das Erkennen ist rein luxuriirend, dadurchwird die gegenwärtige Cultur um nichts höher.

Jetzt kann die Philosophie nur noch das RelativeallerErkenntniss betonen und das Anthropomorphische,sowie die überall herrschende Kraft der Illusion. Siekann damit den entfesselten Erkenntnisstrieb nicht mehrhemmen, der immer mehr nach dem Grade der Sicherheiturtheilt und immer kleinere Objecte sucht. Währendjeder Mensch zufrieden ist, wenn ein Tag vorbei ist,wühlt, gräbt und combinirt später der Historiker nachdiesem Tag, um ihn der Vergessenheit zu entreissen: dasKleine soll auch ewig sein, weil es erkennbar ist.

Für uns gilt nur der ästhetische Maassstab: das Grossehat ein Recht auf Historie, aber auf keine ikonische,sondern eine productive, erregende Geschichts-