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3 - etwas Eigentümliches durch die Forderung desbewussten und logisch correcten Handelns. Darausentsteht Schaden für die Wissenschaft, für dasethische Leben.
Wissenschaft ergründet den Naturverlauf, kann aberniemals dem Menschen befehlen. Neigung Liebe LustUnlust Erhebung Erschöpfung — das kennt alles dieWissenschaft nicht. Das was der Mensch lebt und erlebt,muss er sich irgendworan deuten, dadurch abschätzen.Die Religionen haben ihre Kraft, dadurch dass sie Werth-messer sind, Maassstäbe. Im Mythus gesehen sieht einEreigniss anders aus. Die Deutung der Religionen hatdas an sich, dass sie menschliches Leben nach menschen-artigen Idealen misst.
6. Gedanken zum fünften Abschnitt der Einleitung.
Es giebt auch eine Art, diese Geschichte zu erzählen,ironisch und voll Trauer. Ich will jedenfalls den ernst-haft-gleichmässigen Ton vermeiden.
Sokrates wirft dasGanze um, in einem Augenblick,wo es sich der Wahrheit am meisten genähert hatte;das ist besonders ironisch.
Alles auf dem Hintergrund des Mythus aufzumalen.Dessen grenzenlose Unsicherheit und Wogen. Man sehntsich nach Sicherem. Nur wohin der Strahl des Mythusfällt, da leuchtet das Leben des Griechen, sonst ist esdüster. Nun berauben sich diese Philosophen des Mythus;also wie halten sie es in dieser Düsterkeit aus? — DasIndividuum, welches auf sich selbst stehen will. Dabraucht es letzte Erkenntnisse, Philosophie. Dieandern Menschen brauchen lang daraus wachsendeWissenschaft.
Nietzsche, Werke (II. Abtheilung) Band X.
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