in’s Stocken, so entweicht das innere Feuer: es erfolgt derTod. Dies geschieht nicht in einem Augenblick; es kannVorkommen, dass die Lebensthätigkeit wieder hergestelltwird, nachdem ein Theil des Seelenstoffs verloren ge-gangen war. (Schlaf—Scheintod). Die Seele ist ihm amMenschen das Wesentliche, der Leib ist ihr Gefäss. DasWarme und Seelische ist durch die ganze Welt ver-breitet: in der Luft ist sehr viel, denn wie könnten wirsonst Seelisches aus ihr einathmen?
Theorie der Sinneswahrnehmungen. Die Be-rührung ist keine unmittelbare, sondern durch dieAusflüsse vermittelt. Diese dringen durch die Sinnein den Körper ein und verbreiten sich durch alle Theiledesselben: dadurch entsteht die Vorstellung der Dinge.Zweierlei ist dazu nöthig; einmal eine gewisse Stärke desEindrucks, dann eine entsprechende Beschaffenheit desentgegenkommenden Organs: nur Gleiches wird vonGleichem empfunden, wir nehmen jedes Ding mit demihm verwandten Theile unseres Wesens auf. Consequentist es, dass manches Wahrnehmbare von uns nicht wahr-genommen wird, weil es unsern Sinnen nicht entspricht,und dass es Wesen mit andern Sinnen geben könne alsden unsrigen.
Das Wahrnehmende und das Denkende ist dasselbe.Beides sind mechanische Veränderungen des Seelenstoffs:wird die Seele durch diese Bewegung in die richtigeTemperatur versetzt, so wird sie die Gegenstände richtigauffassen, das Denken ist gesund. Wird es durch dieBewegung übermässig erhitzt oder erkältet, so wird esUnrichtiges vorstellen und krankhaft sein. — Hier tretenimmer die eigentlichen Verlegenheiten des Materialismusein, weil er hier sein nçiôrov tpsvöos ahnt. Alles Objective,Ausgedehnte, Wirkende, also alles Materielle, das dem
Nietzsche, Werke (II. Abtheilung) Band X. g