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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
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110
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getadelt: aus demZufall sei die Welt bewegt und ent-standen. Derblinde Zufall herrsche bei den Materia-listen. Dies ist eine gaty unphilosophische Ausdrucks-weise: es soll heissen, die zwecklose Causalität, der Zufallohne Zweckabsichten: es giebt eben hier gar keinenZufall, sondern strengste Gesetzmässigkeit, nur nicht nachvernünftigen Gesetzen. Alle Bewegung leitet nunDemokrit von dem leeren Raum und der Schwere her:die schwereren Atome sinken nieder und treiben beimDrucke die kleineren empor. (Kritik: was heisst Schwerein einem leeren unendlichen Raume? Sodann: bei un-endlicher Zeit hat die Bewegung nie angefangen.) Dieursprünglichste Bewegung ist natürlich die senkrechte:ein gleichmässiger ewiger Fall in der Unendlichkeit desRaumes. Die Geschwindigkeit kann nicht angegebenwerden, da bei der Unendlichkeit des Raumes und dervölligen Gleichmässigkeit des Falles gar kein Maass fürsie besteht. Die scheinbare Ruhe der Erde liegt in derGemeinsamkeit der Bewegung (Epikur). Es giebt genaugenommen kein Oben und kein Unten.

Wie kommen nun die Atome dazu, Seitenbewegungen,Wirbel zu machen und die Gesetzmässigkeit sich lösen-der und neugestalteter Verbindungen? Wenn alles mitderselben Schnelle fiele, so wäre dies der absolutenRuhe gleich; bei der ungleichen Geschwindigkeit treffensie auf einander, einige prallen ab, so erzeugt sich eineKreisbewegung.

Berühmte Consequenz Epikurs. Er nahm eine ge-ringe Abbiegung vom senkrechten Fall an, eine will-kürliche Seitenbewegung. Denn in einem Zustande, indem noch kein Atom dem andern beigemischt war undnoch keins mehr gefallen war als ein anderes, müssenalle Atome in einer ebenen Fläche neben einander