zeit verwegene, auf Neues sinnende Euripides wagtemancherlei durch die tragische Maske laut werden zulassen, was der Masse wie ein Pfeil durch die Sinnedrang, und von dem sie sich nur durch possenhafte Cari-caturen und lächerliche Umdeutungen befreite.
Der allergrösste Anaxagoreer ist aber Perikies,der mächtigste und würdigste Mensch der Welt; undgerade über ihn legt Plato das Zeugniss ab, dass alleindie Philosophie des Anaxagoras seinem Genie den er-habnen Flug gegeben habe. Wenn er als öffentlicherRedner vor seinem Volke stand, in der schönen Starr-heit und Unbewegtheit eines marmornen Olympiers, undjetzt, ruhig, in seinen Mantel gehüllt, bei unverändertemFaltenwürfe, ohne jeden Wechsel des Gesichtsausdrucks,ohne Lächeln, mit dem gleichbleibenden starken Ton derStimme, also ganz und gar undemosthenisch, aber ebenperikleisch redete donnerte blitzte vernichtete und erlöste— dann war er die Abbreviatur des anaxagorischenKosmos, das Bild des Nous, der sich das schönsteund würdevollste Gehäuse gebaut hat, und gleichsam diesichtbare Menschwerdung der bauenden bewegendenausscheidenden ordnenden überschauenden künstlerisch-undeterminirten Kraft des Geistes. Anaxagoras selbsthat gesagt, der Mensch sei schon deshalb das ver-nünftigste Wesen oder müsse schon darum den Nous ingrösserer Fülle als alle anderen Wesen in sich beher-bergen, weil er so bewunderungswürdige Organe wiedie Hände habe; er schloss also darauf, dass jener Nousje nach der Grösse und Masse, in der er sich einesmateriellen Körpers bemächtigt, sich immer die seinemQuantitätsgrade entsprechenden Werkzeuge aus dieserMaterie baue, die schönsten und zweckmässigsten somit,wenn er in grösster Fülle erscheint. Und wie die