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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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mässigkeit und Schönheit der Welt die natürliche Folgejenes ersten Anstosses. Welches Unrecht thut manAnaxagoras an, wenn man ihm seine in dieser Conceptionsich bezeigende weise Enthaltung von der Teleologiezum Vorwurf macht und von seinem Nous verächtlichwie von einem deus ex machina redet. Vielmehr hätteAnaxagoras, gerade wegen der Beseitigung mytholo-gischer und theistischer Wundereingriffe und anthropo-morphischer Zwecke und Utilitäten, sich ähnlicher stolzerWorte bedienen können, wie sie Kant in seiner Natur-geschichte des Himmels gebraucht hat. Ist es doch einerhabener Gedanke, jene Herrlichkeit des Kosmos unddie staunenswürdige Einrichtung der Sternenbahnendurchaus auf eine einfache, rein mechanische Bewegungund gleichsam auf eine bewegte mathematische Figurzurückzuführen, also nicht auf Absichten und eingreifendeHände eines Maschinengottes, sondern nur auf eine Artder Schwingung, die, wenn sie nur einmal angefangenhat, in ihrem Verlaufe nothwendig und bestimmt ist undWirkungen erzielt, die der weisesten Berechnung desScharfsinns und der durchdachtesten Zweckmässigkeitgleichen, ohne sie zu sein.Ich geniesse das Vergnügen,sagt Kant, ohne Beihülfe willkürlicher Erdichtungen,unter der Veranlassung ausgemachter Bewegungsgesetze,sich ein wohlgeordnetes Ganze erzeugen zu sehen,welches demjenigen Weltsysteme, das das unsrige ist,so ähnlich sieht, dass ich mich nicht entbrechen kann,es für dasselbe zu halten. Mich dünkt, man könntehier, in gewissem Verstände, ohne Vermessenheit sagen:gebt mir Materie, ich will eine Welt daraus bauen!