umfassendere, nämlich Äther, das heisst alles, was warmlicht dünn ist, und Aër, alles Dunkle Kalte SchwereFeste bezeichnend. Durch Scheidung der ätherischenMassen von den aërischen bildet sich, als nächste Wir-kung jenes in immer grösseren Kreisen rollenden Rades,etwas ähnliches, wie bei einem Wirbel, den jemand ineinem stehenden Gewässer macht: die schweren Bestand-theile werden in die Mitte geführt und zusammengedrückt.Ebenso formt sich jene fortschreitende Wasserhose imChaos nach aussen aus den ätherischen dünnen lichten,nach innen aus den wolkigen schweren feuchten Be-standteilen. Dann scheidet sich, im Fortgange diesesProcesses, aus jener im Innern sich zusammenballendenaërischen Masse das Wasser und aus dem Wasser wiederdas Erdige aus, aus dem Erdigen aber, unter der Wir-kung der furchtbaren Kälte, die Gesteine. Wiederumwerden einige Steinmassen bei der Wucht der Drehungeinmal seitwärts von der Erde fortgerissen und hinein indas Bereich des heissen lichten Äthers geworfen; dort,in dessen feurigem Elemente, zum Glühen gebracht undin der ätherischen Kreisbewegung mit fortgeschwungen,strahlen sie Licht aus und beleuchten und erwärmen diean sich dunkle und kalte Erde, als Sonne und Gestirne.Die ganze Conception ist von einer wunderbaren Kühn-heit und Einfachheit und hat gar nichts von jener täp-pischen und menschenähnlichen Teleologie an sich, dieman häufig an den Namen des Anaxagoras geknüpfthat. Jene Conception hat gerade darin ihre Grösse undihren Stolz, dass sie aus dem bewegten Kreis den ganzenKosmos des Werdens ableitet, während Parmenides daswahrhaft Seiende wie eine ruhende todte Kugel an-schaute. Ist jener Kreis erst bewegt und durch denNous in’s Rollen gebracht, so ist alle Ordnung, Gesetz-
Nietzsche, Werke (II. Abtheilung) Band X. 6