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Schopenhauer dargestellt hat (Welt als Wille und Vor-stellung Band I, erstes Buch §4): „Nur als wirkend fülltsie den Raum, füllt sie die Zeit: ihre Einwirkung aufdas unmittelbare Object bedingt die Anschauung, in dersie allein existirt: die Folge der Einwirkung jedes andernmateriellen Objects auf ein anderes wird nur erkannt,sofern das letztere jetzt anders als zuvor auf das un-mittelbare Object ein wirkt, besteht nur darin. Ursacheund Wirkung ist also das ganze Wesen der Materie:ihr Sein ist ihr Wirken. Höchst treffend ist deshalbim Deutschen der Inbegriff alles Materiellen „Wirk-lichkeit“ genannt, welches Wort viel bezeichnenderist als Realität. Das, worauf sie wirkt, ist allemal wiederMaterie: ihr ganzes Sein und Wesen besteht also nur inder gesetzmässigen Veränderung, die ein Theil derselbenim anderen hervorbringt, ist folglich gänzlich relativ, nacheiner nur innerhalb ihrer Grenzen geltenden Relation,also eben wie die Zeit, eben wie der Raum.“
Das ewige und alleinige Werden, die gänzliche Un-beständigkeit alles Wirklichen, das fortwährend nur wirktund wird und nicht ist, wie dies Heraklit lehrt, ist einefurchtbare und betäubende Vorstellung und in ihremEinflüsse am nächsten der Empfindung verwandt, mitder jemand, bei einem Erdbeben, das Zutrauen zu derfestgegründeten Erde verliert. Es gehörte eine erstaun-liche Kraft dazu, diese Wirkung in das Entgegengesetzte,in das Erhabne und das beglückte Erstaunen zu über-tragen. Dies erreichte Heraklit durch eine Beobachtungüber den eigentlichen Hergang jedes Werdens und Ver-gehens, welchen er unter der Form der Polarität begriff,als das Auseinandertreten einer Kraft in zwei qualitativverschiedne, entgegengesetzte und zur Wiedervereinigungstrebende Thätigkeiten. Fortwährend entzweit sich eine