HERAKLIT.
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Mitten auf diese mystische Nacht, in die Anaximander’sProblem vom Werden gehüllt war, trat Heraklit ausEphesus zu und erleuchtete sie durch einen göttlichenBlitzschlag. „Das Werden schaue ich an, ruft er, undniemand hat so aufmerksam diesem ewigen Wellen-schläge und Rhythmus der Dinge zugesehen. Und wasschaute ich? Gesetzmässigkeiten, unfehlbare Sicherheiten,immer gleiche Bahnen des Rechtes, hinter allen Über-schreitungen der Gesetze richtende Erinnyen, die ganzeWelt das Schauspiel einer waltenden Gerechtigkeit unddämonisch allgegenwärtiger, ihrem Dienste untergebenerNaturkräfte. Nicht die Bestrafung des Gewordenenschaute ich, sondern die Rechtfertigung des Werdens.Wann hat sich der Frevel, der Abfall in unverbrüchlichenFormen, in heilig geachteten Gesetzen offenbart? Wodie Ungerechtigkeit waltet, da ist Willkür, Unordnung,Regellosigkeit, Widerspruch; wo aber das Gesetz unddie Tochter des Zeus, die Dike, allein regiert, wie indieser Welt, wie sollte da die Sphäre der Schuld, derBusse, der Verurtheilung und gleichsam die Richtstättealler Verdammten sein?“