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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
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Ausdrucke derselben in jener Mittelregion, in der derMythus sich mit der Allegorie gattet: so dass er zumBeispiel wagt, die Erde mit einer geflügelten Eiche zuvergleichen, die mit ausgebreiteten Fittigen in der Lufthängt und der Zeus, nach Überwältigung des Kronos,ein prachtvolles Ehrengewand umlegt, in das er miteigner Hand die Länder, Wasser und Flüsse eingestickthat. Solchem kaum ins Schaubare zu übersetzendendüster-allegorischen Philosophiren gegenüber ist Thaiesein schöpferischer Meister, der ohne phantastische Fabeleider Natur in ihre Tiefen zu sehen begann. Wenn erdabei die Wissenschaft und das Beweisbare zwar benutzte,aber bald übersprang, so ist dies ebenfalls ein typischesMerkmal des philosophischen Kopfes. Das griechischeWort, welches denWeisen bezeichnet, gehört etymo-logisch zu sapio ich schmecke, sapiens der Schmeckende,sisyphos der Mann des schärfsten Geschmacks; einscharfes Herausschmecken und -erkennen, ein bedeuten-des Unterscheiden macht also, nach dem Bewusstseindes Volkes, die eigenthümliche Kunst des Philosophenaus. Er ist nicht klug, wenn man klug den nennt, derin seinen eignen Angelegenheiten das Gute heraus-findet; Aristoteles sagt mit Recht:das, was Thaiesund Anaxagoras wissen, wird man ungewöhnlich, er-staunlich, schwierig, göttlich nennen, aber unnütz, weiles ihnen nicht um die menschlichen Güter zu thun war.Durch dieses Auswählen und Ausscheiden des Unge-wöhnlichen Erstaunlichen Schwierigen Göttlichen grenztsich die Philosophie gegen die Wissenschaft ebenso ab,wie sie durch das Hervorheben des Unnützen sich gegendie Klugheit abgrenzt. Die Wissenschaft stürzt sich,ohne solches Auswählen, ohne solchen Feingeschmack,auf alles Wissbare, in der blinden Begierde, alles um