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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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sie soll, als über die Griechen selbst. Wären jene da-mals solche nüchterne und altkluge Praktiker und Heiter-linge gewesen, wie es sich der gelehrte Philister unsererTage wohl imaginirt, oder hätten sie nur in einemschwelgerischen Schweben Klingen Athmen und Fühlengelebt, wie es wohl der ungelehrte Phantast gerne an-nimmt, so wäre die Quelle der Philosophie gar nicht beiihnen ans Licht gekommen. Höchstens hätte es einenbald im Sande verrieselnden oder zu Nebeln verdunstendenBach gegeben, nimmermehr aber jenen breiten, mit stolzemWellenschläge sich er giessenden Strom, den wir als diegriechische Philosophie kennen.

Zwar hat man mit Eifer darauf hingezeigt, wie vieldie Griechen im orientalischen Auslande finden undlernen konnten, und wie mancherlei sie wohl von dortgeholt haben. Freilich gab es ein wunderliches Schau-spiel, wenn man die angeblichen Lehrer aus dem Orientund die möglichen Schüler aus Griechenland zusammen-brachte und jetzt Zoroaster neben Heraklit, die Inderneben den Eleaten, die Ägypter neben Empedokles,oder gar Anaxagoras unter den Juden und Pytha-goras unter den Chinesen zur Schau stellte. Im ein-zelnen ist wenig ausgemacht worden; aber den ganzenGedanken Hessen wir uns schon gefallen, wenn manuns nur nicht mit der Folgerung beschwert, dass diePhilosophie somit in Griechenland nur importirt undnicht aus natürlichem, heimischem Boden gewachsensei, ja dass sie, als etwas Fremdes, die Griechen wohleher ruinirt als gefördert habe. Nichts ist thörichter, alsden Griechen eine autochthone Bildung nachzusagen, siehaben vielmehr alle bei anderen Völkern lebende Bildungin sich eingesogen, sie kamen gerade deshalb so weit,weil sie es verstanden, den Speer von dort weiter zu