Einleitung.
i.
Es giebt Gegner der Philosophie: und man thutwohl auf sie zu hören, sonderlich wenn sie den erkranktenKöpfen der Deutschen die Metaphysik widerrathen, ihnenaber Reinigung durch die Physis, wie Goethe, oder Hei-lung durch die Musik, wie Richard Wagner, predigen.Die Ärzte des Volkes verwerfen die Philosophie; werdiese also rechtfertigen will, mag- zeigen, wozu die ge-sunden Völker die Philosophie brauchen und gebrauchthaben. Vielleicht gewinnen, falls er dies zeigen kann,selbst die Kranken die erspriessliche Einsicht, warumgerade ihnen dieselbe schädlich sei. Es giebt zwar guteBeispiele einer Gesundheit, die ganz ohne Philosophieoder bei einem ganz massigen, fast spielerischen Ge-brauche derselben bestehen kann; so lebten die Römerin ihrer besten Zeit ohne Philosophie. Aber wo fändesich das Beispiel der Erkrankung eines Volkes, demdie Philosophie die verlorne Gesundheit wiedergegebenhätte? Wenn sie je helfend, rettend, vorschützend sichäusserte, dann war es bei Gesunden, die Kranken machtesie stets noch kränker. War je ein Volk zerfasert undin schlaffer Spannung mit seinen Einzelnen verbunden,nie hat die Philosophie diese Einzelnen enger an das