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Giovanni Pierluigi da Palestrina und die Gesammt-Ausgabe seiner Werke
Entstehung
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117
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29) Giovanni Pierluigi da Palestrina und die Gesammtausgabe seiner Werke. 117

Jakobus de Benedictis, im ersten Viertel des XIII. Jahrhundertsgeboren, gehalten. Von jeher sind Versuche gemacht worden, denlateinischen Text ins Deutsche zu übertragen, vollständig geglückt istwohl keiner; unsere Muttersprache ist eben nicht in der Lage, dieReimklänge, sowie die durch Anbringung desselben Vokales in meh-reren aufeinanderfolgenden Worten sich bildenden Assonanzen wieder-geben zu können. Doch dieser Urtext hat nicht nur zu allen Zeitendie Dichter, sondern auch die Musiker angeregt; ich erinnere nuran die Kompositionen des 8taliat mater von Orlandus Lassus,Astorga, Pergolese, Rungenhagen und aus neuester Zeit an die vonRossini.

Wir finden in dem Palestrina'schen 8talmt matar wieder dieGliederung in zwei Chöre, die Anlage ist eine dreitheilige, der ersteund der Schlußsatz sind im ^Un brsvo-, der Mittelsatz im '^/i-Taktegeschrieben. Im ersten Abschnitte treten die Chöre einander beant-wortend gegenüber, die Textworte werden nicht wiederholt, nur beiden Worten »o guam tristis 6t at'tliota« und »Dum emisit 8;>ii'i-tum« vereinen sie sich. Der Mittelsatz ist, einige wenige Noten ab-gerechnet, ganz in der ersten Gattung des Kontrapunktes geschrieben,im Schlußsätze sind es die verschiedenartigen Stimmenzusammen-setzungen, bald 2 Soprane, 1 Alt und 1 Tenor, bald 1 Alt,2 Tenore und 1 Baß, welche die eigenartigsten Klangschattirungenerzeugen. Ich kann nicht unterlassen, den letzten Takt des mystischnachklingenden Dieticnm wegen hier besonders anzuführen. Der-selbe lautet:

Vom Jahre 1593 datiren mehrere bedeutende Werke, die 5stim-migen Offertorien, dem Abt Antonio von Baume gewidmet (Band IX),zwei Theile 4stimmiger Litaneien, das sechste Buch der Messen, demKardinal Aldobrandini, der Palestrina unter vortheilhasten Bedin-gungen als Konzertmeister in seine Dienste genommen hatte, geweiht.