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Paul Graf Waldersee.
einführt. In dem nun folgenden Xllsluja bildet dieses in derGegcnbewegung:
die Basis für die verwickeltsten Stimmenverschlingungen, währendin dem XlloUsiu des zweiten Theiles das Motiv, nunmehr wiederin gerader Bewegung, mit sich kombinirt wird.
Palestrina fühlte sich veranlaßt, dem Könige Philipp vonSpanien noch einen zweiten Band Messen (Band XII) zu widmen.Die Dedikationsurkunde hat für den Musiker weniger Bedeutung;in allgemeinen Redensarten drückt der Verfasser dem mächtigen Kö-nige die Gefühle der Ehrerbietung und Unterthänigkeit aus, er er-innert ihn an den Reichthum der spanischen Lande, wohl eine feinausgedrückte Mahnung, da Philipp auf den ersten ihm gewidmetenMessenband zu Gunsten Palestrina s nicht reagirt zu haben scheint.Ob dieser zweite Band den gewünschten Erfolg gehabt haben mag,ist aus den uns vorliegenden Quellen nicht zu ersehen.
Dieser Band enthält sechs Messen, deren Entstehung, mit Aus-nahme der dritten und vierten, in eine frühere Zeit zu verlegen ist,von der Messe »Ut re mi tll 8»1 ln» wissen wir dieses genau. ImVorworte macht der Herausgeber des Bandes auf den doppeltenKanon im XANN8 Del (Seite 47) der Messe «Illiini Toni« wegendes nur um eine Semibrevis entfernten Eintritts der dritten Stimmein der Unterquint als ein besonderes Kunststück aufmerksam. AlsGegenstück hierzu nenne ich den dreistimmigen Kanon*) von W.A. Mozart: „Sie, sie ist dahin". Liegt der Stimmeneintritt hierauch etwas entfernter, so steht er jenem an Kunstfertigkeit nichtnach. Das Motiv der Messe »lüliomino urme« ist von den her-vorragendsten Komponisten znm Thema erkoren worden. Auch Pa-lestrina wählte es und hat in dieser Messe, wie sich Ambros ans-drückt, die allerfeinsten Feinheiten der Mensuralmusik verwerthet.Mall kann nämlich diese Messe sowohl im geraden als im ungeraden(Tripel-) Takt singen, ohne daß hierbei die geringste Veränderung
*) Mozarts Werke, Serie VII, Nr. 42. Leipzig, Breitkopf und Härtel.