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Die Symphonie in ihrer historischen Entwickelung
Entstehung
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S. Bagge.

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in der polyphonen Musik des 16., 17. und sogar 18. Jahrhundertsbesessen, welche sie aber im Ansturm der Homophonie, in Monodie,Oper, Generalbaß, und was damit zusammenhängt, vorläufig ver-loren hatte.

Betrachtet man aus diesem Gesichtspunkte die ganze Entwick-lung der Symphonie von PH. Em. Bach bis Schubert und Schu-mann, so wird man versucht, dieselbe als eine Naturnothwendigkeit,und die verschiedenen Tonsetzer, die dabei mitgeholfen haben, alsim Dienste dieser Naturnothwendigkeit stehend, anzusehen, — wasfreilich von rückwärts betrachtet leicht zu sagen ist.

Der hier angedeutete Fortschritt zeigt sich nicht bloß bei dennacheinander folgenden Meistern, sondern auch fast bei jedem Ein-zelnen in der aufsteigenden Folge seiner Symphonien. Es hängtdies allerdings mit der Entwicklung vom Knabenhaften zum Männ-lichen zusammen: der Gehalt der Thema's steigert sich mit den Jah-ren; aber im Großen und Ganzen ist es eben doch ein allgemeinerZug, der durch die ganze Symphoniemusik geht.

Lenken wir unsere Betrachtung einmal auf jeden der vier Sym-phoniesätze besonders. Im ersten Satze herrscht bei den frühestenSymphonien, namentlich bei PH. Em. Bach, das Rhythmische unddas Unisono vor: er sollte zunächst rauschend und gewichtig sein,daher breit in ausgelegten Akkorden, nervig durch ausgeprägteRhythmen; das Melodische fehlt fast gänzlich, es ist noch nicht ein-mal ein deutlich ausgebildeter Seitensatz vorhanden.

Bei Haydn, der von Haus aus melodischer angelegt war alsPH. Em. Bach, sieht die Sache schon anders aus: die Thema'shaben schon entschieden melodischen Charakter, wenn auch noch nicht„gesangvollen", sondern mehr figuralen. Seitenthema's oder „Sei-tensätze" scheinen schon in den ersten noch unbekannten Symphonienvorhanden zu sein, da der neueste Biograph Haydn's, Pohl, mehr-mals von solchen spricht. In den späteren, bekannten Symphonienhaben die Thema's schon sehr ausgeprägten Charakter und vereinigenrhythmisch feste Form mit melodischem Reiz. Bei Mozart, dessen47 Symphonien jetzt durch die Breitkopf und Härtel'sche Gesammt-ausgabe vollständig bekannt sind, stehen die Dinge etwas anders:auf ihn, oder doch eine größere Anzahl seiner Symphonien, paßtbesonders, was über die rhythmisch-harmonischen Thema's gesagt