Weissagungen. 701
hersetzen; dann wollen wir etliche Anmerkungen machen, wel»che zu seiner Erläuterung dienen werden.
Die Gelegenheit zu der Weissagung ist diese gewesen. DieKönige von Syrien und Samarien halten sich verbunden,um den gottlosen Achaz, den König vvnIuda, des Thronszu entsetzen. Sie hatten Jerusalem zu belagern ««gefangen;und die ganze Stadt war voll Bestürzung, als der Herr denIsaias sendete, und dem Könige und den Einwohnern Mueheinsprechen ließ. Der Prophet weissagete Anfangs, daß GottJerusalem von der Wuth der zween verbundenen Fürsten be,freyen, und alsdann den König Israels bestrafen wolle; daßin fünf und sechszig Jahren das Königreich Sammariensnicht mehr bestehen werde.
Damit er den König von dem Beystande des Herrn nochmehr versicherte, fuhr Isaias fort: „ Begehre vom Herrn„ ein Wunder, was für eines du immer willst; so ist erbe»„ reit, es dir auf der Stelle zu bewilligen „ . Der gottloseKönig wurde durch dieses neue Zeichen der Güte nicht bewo,gen; sondern antwortete frostig: „ Nein: das thue ich nicht;„ ich will den Herrn nicht versuchen „. Gott both ihm einWunder an; der gottlose König schlug es aus; und das Wun-der hatte nicht Statt. Aber von einem heiligen Unwillen er»füllet, und immer vom heiligen Geiste beleuchtet, weissagteder Prophet die großen Zeichen der Barmherzigkeit, die Gottim Hause Davids Hervorscheinen lassen wollte. „ DerHerr,,,sprach er, „ wird die Verheißungen nicht widerrufen , die er„ David, seinem Diener und deinem Vater, gegeben hat.„ Sie werden zu ihrer Zeit erfüllet werden« Eine Jungfrau„ aus seinem Blute wird gebähren, und die Frucht ihres
„ Leibes