490 System.
nehmen, das durch andere Grundsätze und durch andere
Wahrheiten bestritten werden möchte.
Man muß einen scharfsichtigen Verstand haben; das ist,einen Verstand, welcher auch den letzten Folgerungen nach»spüret, und sie entdecket; welcher ihre Verbindung müdenersten Grundsätzen zu erkennen giebt; welcher auf gleicheWeise alle Folgerungen Voraussicht, die man aus dem Sy-steme wider das System selbsten ziehen könnte, und welchersie alle mir den ersten Grundsätzen vergleicht: denn nur durchdieses Mittel kann man die Richtigkeit und den Nutzen desSysteme- zeigen.
Endlich muß man eine große Mannigfaltigkeit vonKenntnissen haben: denn dadurch allein kann man versichertseyn, daß man alles insgemein gefastet, alles voraus gefthen,alles gegen einander gehalten hat; also, daß keine Gattungvon Schwierigkeiten oder Einwürfen, weder die Grundsätze,noch die Behauptungen , die man festsetzen und beweisenwill, zu schwächen vermöge.
Daraus muß man schließen: i. daß eö sehr wenige Men,schen giebt, wenn sie immer so gelehrt, und immer so großeVernünftler scheinen mögen, die im Stande sind, ein Sy-stem zu machen: 2. daß die meisten Systeme nur die Fruchtdes Eigendünkels sind, welcher sich durch irgend einen» schwachen Schein verführen läßt; welchem beynahe allezeitein ausgebreiketer Verstand fehlet, der zu solchen Untcrneh,mungen nothwendig ist; und welcher allein tauglich ist, jene,die sich 'einnehmen lassen, züm Jrrthume zu verleiten: Z. daßman nicht erstaunen darf, wenn die meisten Systeme so leichtumgestürzet werden, und von so kurzer Dauer sind. DieNaturkunde, die Arzneywissenschaft, die Zeitrechnung, die
Gesetzgebung, die StagtSkunst, die Finanzen, u. s- w.
haben
Ülj
L
A
W
ßi,