4S4 Schicksal.
Fürwahr, was ist der Fatalismus ? Eine blinde Kraftdie unbezwinglich alle Wesen und alle Geschöpft fortreißt; dieuothwendig alles in ihnen, ohne ihren Willen, bestimmet,Mw unvermeidlich den ganzen Laufihres Lebens, und endlichihres Geschickes entscheidet. Sie sagen: die Lehre, welchedem Systeme voin Fatalismus und vom Schicksale wider,spricht, ist sehr abgeschmackt. Dieß vorausgesetzet:
So ist dann abgeschmackt zu sagen, daß der Mensch ftey,und fähig sey, nach seiner Willkühr Gutes oder Böses zuwirken.
Es ist dann abgeschmackt, Gesetze zu machen, um dasLaster zu bestrafen, und die Tugend zu lohnen.
Es ist dann abgeschmackt, politische Gesellschaften, Sta«.ten, Regierungen zu stiften, wovon die Glieder zu wechselsei-tigen Pflichten verbunden seyn sollen.
Es ist dann abgeschmackt, irgend eine Oberkeit für wahr»Haft und rechtmäßig zu erkennen.
Es ist daun abgeschmackt zu sagen, daß es Laster undTugenden gebe.
Es ist dann abgeschmackt, eine Religion, oder einen Gottzuzulassen, welcher ein Belohner der Tugend und Bestraftedes Lasters ist. So viel saget ihre Philosophie und Ih»re Weisheit. Leben Sie wohl, Herr Fatalist!
U
U
un
«>!
§
«