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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
685
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^ Hohes Lied. 6Zy

sind, nicht fähig, den Sinn dieser göttlichen Worte zu be, greifen. Das hohe Lied ist die Nahrung der Starken und Vollkommenen: diese Nahrung schlagt nur denen an, die das Gute vom Bösen zu unterscheiden wissen.

Wenn jene Kinder, von denen ich da rede, zu gewis, sen Srellm dieses Buches kommen, so ist es wohl mög, lich, daß sie daraus keinen geistlichen Nutzen schöpfen,und eben auch daran kein Aergerniß nehmen; sie mögen den Text selbsten lesen, oder die Auslegungen durchgehen, die man darüber machet. Aber wenn ein Mensch diese Lesung mit ganz fleischlichen Gesinnungen unternimmt, läuft er die ailergrößesten Gefahren. Wenn er diese Ge, spräche und Ausdrücke nicht m-it reinen und keuschen Oh, renanzuhören weiß, so wird er vom reinen und geistlichen Verstände bald auf eine ganz fleischliche und ganz wohllü- stige Deutung gerarheu.

Ich rathe daun einem jeden, der über seine Leiden, schäften nicht völlig Meister ist, der noch Empörungen und Reize des Fleisches duldet, daß er dieses Buch we,,, der ansehen noch berühren möge. Bey den Hebräern, heißt es, war es nicht erlaubet, dasselbe vor dein Alter der Mannbarkeit anzurühren. Wir wissen auch, daß es unter ihren Gelehrten Brauches ist, die göttliche Schrift den Kindern in die Hände zu geben. Aber sie verbuchen ihnen zugleich vier Stücke: den Anfang des ersten Buchs Moses, wovon der Schöpfung der Welt gehandelt wird ; den Anfang des Propheten Ezechiels, wo er von den Cher,, rubim redet; das Ende, wo eben derselbe Prophet vom Tempel spricht; und das Buch des hohen Liedes.

Dieses Buch handelt allein von der feur-gen Liebe der Seele gegen das göttliche Wort. Sie verlanget sich mit

»hm