Hohes Lied. 677
Zierlichkeiten, die man darinnen findet, und die keineUeberseyung getreu ausdrücken kann. . . Man glaubet,Galomon habe dieses Lied, um es unsterblich zu machen,mit so großer Runst abgefasset, daß man ohne vielenZwang, in den figürlichen Gleichnißreden und den verdeck,ten Redensarten, die Ausdrücke der Liebs Gottes gegensein Volk erkennen möge. Dieß ist die Meynung deschaldäischen Auslegers und des Rabbiners Matmonides.Diese L iebe ist das Bild der Liebe Jesu Christi gegen sei,neRirche. Deßhalben haben sich die Christen, aus einemlöblichen Elfer beflissen, dasselbe im gleichen Verständezu erklären. Also verdammet Grotius das Buch des ho,Hei. Liedes.
II.
Es ist zwar ein albernes Alickwerk; aber es ist vieleWohllust darinnen. Man höret von nichts als von Rüs»sen auf den Mund, von Brüsten, die besser als weinfind; es wird oft von Beywohnung gesprochen. Es istein jüdisches Hirtengedicht. Die Schreibart ist, wie beyallen Werken der wohlredenheit von den Hebräern,ohne Verbindung, ohne Folge, verworren, zum Lachenfigürlich: u, s. w.
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Man bemerke, wie schön dieser geschickte Doctor aus,hält, und mit fich selbst übereinstimmet. Er gkbt dem Grs,tius den Namen: der berühmte Grotius ; und dieser sinderin eben demselben Werke viele Zierlichkeiten , welches jenerein albernes Flickwerk heißt. Er verachtet die Werke derWohlredenheit von den Hebräern; und man fodert ihn auf,unter den Griechen und Römern Werke zu finden, die mit
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